ZnteMgenz-Blatt der freien MM Frankfnrt. ^^ -—- MH (ExpeditionS-Eomptoir am hl. Geistpförtchm M 214°.). i I
JK 256, Samstag, den 28. October 1854,
Abonnementspreis fâr'S halbe Jahr fl. 2.30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Etnrück ungSgebühren: 6kr. für die ganze, 3kr. für die gespaltene Zeile.
Abonnements - Bestellungen auf das Intelligenzblatt werden sowohl täglich, als auch vom 1. October an in der Erpedition angenommen- «SSSSW»MnEM»HSSM»SâWS»M««MdWSM«âi«!»R«Mi>,U»i>>i^!WSi«MWÜ,^Ms»SM Bekanntmachungen.
NeberbUS der WreßgNiffe im WebLete der pââfcheN ««d maLerLelle« ZAtereUeN.
Frankfurt, 28. October. Während die Bomben der Alliirten die Beschießung von Sebastopol am 17. d. M. begonnen haben, find die Federn auf dem diplomati- schen Schauplatz in voller Thätigkeit, um die „Kluft zwischen Wien und Berlin" auSzufüllen. Es handelt sich darum, zwischen dem Wiener 30. September und dem Berliner 13. October einen mittleren Durchschnitt zu finden. AlS BafiS für diese Aufgabe der politischen Arithmetik steht zunächst die Thatsache fest, daß die Wiener Rote den beabfichtigten Eindruck in Berlin nicht hervorgerufen hat. Man hat sich dort durch den Wilner Ausruf an die gesammten Politiker Deutschlands nicht kinschüchtern lassen — und stehe — nach einigem blinden Feuerlärm ist die Wiener Bombe im märkischen Sande zerplatzt. Daß dies geschehen, confiatirt die Berliner Note vom 13. d. M mit voller Entschiedenheit. Und waS geschieht darauf in Wien? — Man beruft vor allen den österreichischen Gesandten, Grafen Esterhazy zur Konsultation von Berlin. — Beweis genug, daß die preußische Note einen nicht unbedeutenden Andruck in Wien hervorge« bracht hat. Welchen Entschluß man in Wien gefaßt hat, ist bis jetzt noch nicht bekannt; eS läßt fich jedoch annehmen, daß man der Verständigung Raum geben und die „Kluft" wieder auSfüllen wird welche die Partei des „Liopd" mit triumphirender Miene ankündigt. Inzwischen wollen wir zur Charakteristik der Situation die folgenden beiden Stimmen unsern Lesern verführen : „Oesterreich — sagt das „Preuß. Wochenblatt" — hat eine andere Stellung zur Frage als Preußen. Ohne Zweifel vertritt Oesterreich im Orient deutsche Interessen, aber es vertritt in der orientalischen Verwickelung nicht hat deutsche Interesse, nicht einmal das entscheidende. Wenn Oesterreich das Gegentheil jetzt fortwährend geltend zu machen sucht, so liegt dem derselbe bewußte oder unbewußte Irrthum zu Grundes welcher feiner deutschen Stellung überhaupt anhaftet: die Behauptung von der Identität deS österreichischen und deS deutschen Interesses. Weil ein öster- petchischkS Interesse mit einem deutschen zusammensâllt, betrachtet Oesterreich sein specifisch-