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Berlin, 9. Set Die „N. Preuß. Ztg? schreibt: „Der König hat am letztvergan- genkn Freitag den in außerordentlicher Mission hier verweilenden Grasen Esterhazy in einer Audienz empfangen und ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers von Oesterreich aus den Händen desselben entgegen genommen.

Memel, 7. Oct. Der durch das Brandunglück verursachte Schaden dürfte nach der niedrigsten Schätzung den Werth von 3 Millionen übersteigen.

Brüssel, 8. Oct. Der König Leopold ist zu Como durch ein Unwohlseyn zurückge- halten. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr nach Belgien ist deßhalb jetzt noch ungewiß.

Der berühmte Augenarzt I. gab einem Einäugigen, der trotz eines unheilbaren or« gantschen Fehlers dennoch Hülse bei ihm suchte, den merkwürdigen Trost: „Theuerster Freund, zwei Augen sind LuruS l"

Sin Streichholzfabrikant gab den Käufern seiner Waare folgende VorsichtSmaß- regel, die sich als Inschrift auf den Paketen, befand: „Hütet Euch vor dummen Streichen! *

Edle Mache. Der Soldat Drouvin hatte den Obersten des 11. Linienregimen- teS in Bordeaux, Herrn Gelly de Monteln, meuchlings angefallen und durch einen Pistolenschuß bedeutend verwundet. Der Thäter wurde ergriffen und zum Tode verur- theilt. Der Oberst vollständig hergestellt, unterließ nicht, alle möglichen Schritte zur Rettung seines Feindes zu machen. Doch vergebens waren alle Versuche, er stellte sich nun dem Kaiser, bei dessen Ankunft in Bordeaux, vor, und erhielt volle Begnadigung für den Verurtheilten. ~

Zwei Scheusale der Menschheit. In Mannheim standen in den letzten Ta­gen des September ein 55jähriger Bauer und dessen 13jâhriger Sohn vor den Schranken des Schwurgerichtes; der Mann war angeklagt, sein Eheweib erdrosselt zu haben, und auf dem Knaben lastete die Schuld, bei dem Morde das Opfer, seine leibliche Mutter, an den Beinen festgehalten zu haben. Der Mann wurde zum Tode, der Sohn zu vier­jähriger CorrectionSstrafe verurtheilt.

Die Fa^ade des Tuillerien -Palastes wird im Laufe jdieseS Winters ganz neu her- gerichtet, um mit jener deS Louvre gleichen Schritt zu halten.

Die Mitglieder der britischen Gesellschaft haben beschlossen, dem großen englischen Philosophen Js. Newton, zu Graucham, seinem Geburtsorte, ein Monument zn er­richten. Die erste SubscriptionSliste, auf der sich der gesammte k. Hof befindet, weist 13,000 fl. EM. aus.

Die ältesten Rebleute am Genfersee sagen, feit dem Jahr 1795 hat eS keinen Wein gegeben, wie der heurige am Gehalt werden wird. Une fine goutte heißt eS in tief Landessprache, von dem sehr wenig in den Handel kommen und vaS Meiste zu Flaschen­weinen bestimmt seyn wird, von dem für sich behält, wer eS vermag. Schon jetzt stehen besonders gute Lagen zu einem Franken unter der Kelrer weg, in ordentlichen Lagen 80 bis 90 Cent. Die Trauben, die bereits auf den Märkten sind, enthalten so viel Zucker- theile, daß man dem Wein mehr Geist vorhersagt, als selbst der Bierunddreißigèr hatte, dieser unvergeßliche. Die Gemeinde Lausanne hat am 29. September den Ertrag ihrer Weinberge versteigert. Die Preise erreichten eine ungewöhnliche Höhe. Die Weine von Pully und Lutry galten 316 bis 385 Franken, die von Cully und Riez 371 biS 402 Franken der Shar.