Intelligenz-Blatt der freien Ktadt Frankfurt. ^^^
(Erpeditions-Comptoir am hl. Geisipförtchell M 214°.). I ^^^^^^ I
M 240. Dienstag, dm 10. October 1854.
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l'« - «eberblick der Ereiguiffe im Gebiete der politischen nnd «atertâ» Jntereffdl,.
Frankfurt, 10. October. Man 'hait Kèn Besuchen deS Prinzen Albert, des Königs Leopold von Belgien und deS Königs von Portugal im Lager von Bvulognc gewiß mit Recht eine politische Bedeutung beigelegt. Man hat darin von Seiten des Königs von Belgien ein Opfer erblickt, welches er der jetzigen Richtung der englischen Politik darge- bracht, und von Seiten des Prinzen Albert den Wunsch, durch persönliche Beziehungen zum Kaiser der Franzosen das englisch-französische Bündniß fester zu kitten Ob von Seite« Portugals auch Absichten auf einen Besitz der ganzen pyrenâischen Halbinsel gehegt wurden, steht freilich dahin; jedenfalls aber ist der bonaparttsttsch koburgische Congreß so interessant, daß diè Leser gewiß mit Vergnügen die Schilderung eines Augenzchgerr in der „Minerva" lesen werden:
„In Calais sah ich die fürstlichen Personen am Qual, als sie eben die kaiserliche Yacht „la Reine Hortense" besuchten. Das Schiff war wenige Tage zuvor mit Depeschen von Bomarsund ««gekommen und ein Matrose, den ich nach Details über jene Affaire befragte, gestand sehr freimüthig, daß fein Schiff gar nicht im Feuer gewesen sey. ES herrschte an Bord der Yacht eine ungeheure Rührigkeit, um Alles für den Empfang der hohen Gäste vorzubereiten Fast könnte man sagen, daß eS etwas zu laut herging Ich ' habe früher zu häufig Gelegenheit gehabt, dergleichen Zurüstungen beizuwshnen, als daß der übertriebene Lärm mich nicht hätte frappiren sollen ES gilt dies weniger von den Matrosen, als von den Osficieren, besonders von dem kommandirenden Osstcier, der seine Befehle gar zu hitzig ertheilte. Es soll indeß aus diesem einzelnen Fall keine Schlußfolgerung aus die französische Marine im Allgemeinen gezogen werden. Gegen 5 Uhr Nachmittags verkündete ein ungewöhnliches Leben an dem Stadtthore, daß die Gäste-nahe seyen. Bald darauf fuhr denn auch die kaiserliche Equipage über die Hafenbrücke und hielt am Quai, in einiger Entfernung vom Schiffe. Der Kaiser ging zuerst an Boch; ihm folgte König Leopold, dann der Herzog von Brabant und endlich die Ordonanzoffi-- ciere. König Leopold verbeugte sich gegen die am Eingänge deS Schiffes ausgestellten Osficiere und richtete einige Worte an den Capitain. Der König schien sich mit vieler