Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz-BlM

der freien Stadt Frankfurt.

(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpförtchm M 214=).

JE 236. Donnerstag, den 5. October 1854

Abonnements preis für'S halbe Jahr fl. 2.30 tr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrück ungSgebührenr 6kr. für die ganze, 3kr. für die gespaltene Zeile.

Abonnements - Bestellungen auf das Jntelligenzblatt werdm so­wohl täglich, als auch vom 1. October an in der Erpedition angenommen.

ihs

Ueberblick der GreiguMe im Gebiete der politische« und materiellen Interessen.

Frankfurt, 5. October. Die „Pr. C " bringt eine Reihe von Artikeln über den Lauf der Donau, namentlich in Bezug auf Schifffahrt und Handel, aus welchen wir daS Folgende Entnehmen:

„ Die Benutzung der Dampfkraft, welche allein die Schwierigkeiten der Donaudampft schifffahrt besiegt, hat derselben einen großen Aufschwung gegeben. ES war im Jahre 1830, als sich zu Wien aus Actien zu diesem Zweck die DonaudampfschifffahrtS- Gesell­schaft bildete, welche mit geringen Mitteln anfangend, sich rasch emporgearbeitet hat.c Regelmäßige Fahrten begannen jedoch erst im Jahre 1837 zwischen Wien und Preßburg. Den Weg, zu welchem Ruderschiffe abwärts 6 Stunden gebrauchten, auswärts aber 18 Stunden, legte das Dampfboot in resp. 2»jz und 6 Stunden zurück. Bald darauf wur­den auch die Fahrten von Wien bis Linz eingerichtet, und man fuhr in 8 Stunden hinab und in 24 Stunden hinauf. Dieser Betrieb nahm sehr bedeutend zu, als, wie wir sehen werden, auch die mittlere und untere Donau und endlich der PontuS selbst in den Bereich der Danpfherrschaft kam. DaS steigende Bedürfniß veranlaßte zu immer neuen Bauten von Dampfschiffen, so daß die Gesellschaft im Jahre 1847 deren 47, nebst 137 Schleppschiffen im Betrieb hatte. Dabei wurden sie immer größer gebaut denn jene 47 Dampfschiffe hatten zusammen 5277 Pferdekraft und 6 von ihnen jedes 200 Pf-rdekrast. Man beförderte gegen 1 Mill. Reisende und gegen l-/^ Mill Str. arr Waaren. Die Einnahme der Gesellschaft betrug ^ Mill. fl. S.-M, die Ausgabe l^ MM , gewährte also einen Überschuß von l3ho Mill. Die Ereignisse der folgenden Jahre wirkten freilich störend auch auf diesen Zweig des StaatSlebens, doch minder als auf andere desselben. Der WaarentranSport wurde davon mehr betroffen, als der Per- fonentranSport; denn der Dampf schaffte auch das Militär fort. Auf jeden Fall find die Angaben deS Bestandes aus den Jahren 1848 bis 1850 nicht zur Beurtheilung des Verkehrs geeignet. Um so rascher stieg nun der Verkehr nach zurückgekehrter Ordnung. Gleich einem ausgestörten Ameisenhaufen suchten die Bewohner der österreichischen Mo­narchie die RuhesteSen zu gewinnen, und man sah von Neuem die Reisebilder, AW