Zntelligen; Blatt
der freien Stadt Frankfurt. zf
(Erpeditions-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214'.).
M 228 Dienstag, den 26. September 1854.
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Aeberblick dee Ereignisse im We&iefe der psZitifchs« und materiellen Interessen»
Frankfurt, den 26. September. Woher nun die allgemeine Abneigung der abendländischen Völker gegen daS Russenthum? fragt die Minerva. Halbwilde und arme Volköstämme, die sich dem Scepter des willkürlichsten Absolutismus fügsam beugen, können nach den gewöhnlichen Regeln menschlichen Denkens und Fühlens weder Achtung noch Vertrauen bei den Völkern der Civilisation ansprechen. Tief lieot es in der Statur deS Menschen, daß der Gebildete, Wohlhabende, Freie nur mit Verachtung auf den Rohen, Armen, Unfreien herabschaut. Verdienen Rußlands höhere Stände mehr Achtung und Vertrauen? Schwerlich, wenn es wahr ist, daß ihnen Tiefe des Geistes und GemütHS, Sinn für wahre Bildung, Freiheit, die Tugenden der Uneigennützigkeit, deS Patriotismus und daS höhere Ehrgefühl mehr oder weniger abgehen, die den freieren und gebildeteren Völkern eigen find. — Achtung und Vertrauen gegen einen so unsoliden Staat sind ebenso unmöglich, wie gegen daS russische VolkSthum. Ein „Despotismus bloß gemildert durch den Kaisermord« stößt Niemanden Sympathie«, ein, am wenigsten dem Anhänger einer conservativen Richtung in staatlichen Dingen. Daß für jetzt dèr Zufall einen ausgezeichneten Regenten auf den Thron deS Czaren berufen hat, wird uns die Grundmängel der russischen Staatsordnung nicht leicht übersehen lassen. — Aber wenn dem civilistrten Europa auch weder Achtung noch Vertrauen gegen Rußland znzu- muthen sind, so erklärt sich daraus doch nicht daS Gefühl der feindseligen Abneigung, Nm den Widerwillen gegen Volk und Staat bis zur Feindschaft steigern zu können, firt» noch andere Momente erforderlich Sie sind vorhanden und liegen' in Besorgnissen, in der Ahnung großer Gefahren, wenn man will, in einer gewissen Furcht, die ohne bestimmtes klares Bewußtsein im Geiste der abendländischen Völker Wurzel geschlagen haben.'— In einer Reihe von Betrachtungen haben wir den Beweis zu führen versucht, daß die inneren staatlichen und nationalen Kräfte Rußlands sich auch nicht annähernd den Kräften der civilifirten Staaten des Welttheils vergleichen Wir sind zu dem Resultate'gelangt, daß namentlich daS ganze russische Staatswesen den Charakter der Unsolidität,