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Intelligenz Blatt

der steten Statt Frankfurt.

(ExpeditionS-Comptoir am hl. Geistpförtchm M 214«). | f

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Jg 218. Donnerstag, den 14. September 1854. ^ö^

AbonnementSpretS für'S halbe Jahr fl. 2.30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

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f Ueberblick der Greiguiffe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 14. September. Wir haben seiner Zeit den Lesern dieser Blätter die Umgestaltung deS hiesigen geographischen Vereins in dem „ Frankfurter Ver­ein für Geographie und Statistik - und die stattgefundene Bertheilung der Arbeiten zur Begründung der Frankfurter Statistik berichtet. Vielleicht werden diese Bestrebungen auch in den hiesigen Kreisen, welche sich eifrig mit Naturwissenschaften beschäftigen­größern Anklang finden, wenn dort die Erkenntniß erwacht, daß die statistische Wissen, schaft auf ähnlicher Grundlage Fortschritte gemacht, gleich jenen der Naturwissenschaften, Wie die Zoologen aus einem gefundenen Skeletttheile das ganze Thier construiren können so vermag der denkende Statistiker aus einer kleinen aber zuverlässigen Notiz über einen Theil deS StagtSlebenS die umfassendsten Schlüffe auf das Ganze zu ziehen. Wir wol­len den Lesern davon ein Beispiel anführen. Der Prof. Escherich in Würzburg, frü­her schon bekannt durch statistische Arbeiten in der Zeitschrift deS Vereins für deutsche Statistik 1847 und 1848, hat die in Prof, von Hermann'S amtlicher „Statistik von Bayern" gegebenen Zahlen über die Ergebnisse der Eonscription von 1829—51, welche die Altersklassen von 1808—1830 umfassen, verglichen, und dabei gefunden, daß die Al­tersklasse 1808 : 40147, die von 1830 : 3893t Militärpflichtige lieferte, also eine Abnahme zeigte, während doch gleichzeitig von 1830—51 die Bevölkerung Bayerns von 4,044569 auf 4,520751, d. h. um 11 pEt. oder jährlich um pEt. gestiegen ist. Diese auffal­lende Thatsache überraschte den Verfasser um so mehr, als er in den statistischen Mit­theilungen über Preußen, Sachsen und Würtemberg überall ein der Bevölkerungszunahme entsprechendes Wachsen der Zahl der Militärpflichtigen bemerkte. Bei genauerem Rach- forschen fand Escherich, daß diese Schwankungen mit den Getreidepreisen, welche in Dr. Bauer'S (des kürzlich an der Eholera verstorbenen Bürgermeisters von München> „Grundzügen der Verfassung und Vermögensverwaltung der Stadtgemeinde München" von 1709—1843 ausgezeichnet find, aufs engste Zusammenhängen, so daß z. B. 1817 mit 50 fl. für den Scheffel Weizen die absolut geringste Jahreözunahme von Militärpflichti­gen aufweist. Ferner find die Schwankungen des letztgenannten Verhältnisses bet weitem am stärksten in den schwach bevölkerten Kreisen mit vorwaltend ackerbauender Bevölkerung, so daß die Schwankung bet Oberpfalz 56, bet Oderbayern und Schwaben 47, Oberfran­ken 46 rc , bei Pfalz und Mittelfranken nur 19 pEt. beträgt. Daraus folgt, daß süd