Intelligenz Blatt
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(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214°).
M 214 Samstag, den 9. September 1854.
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Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Umgegend sehr verbreiteten und gelesenen Blättern können auf den besien Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.
Ueber-NÄ der Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Intereffen.
Frankfurt, den 9. September. Die orientalische Angelegenheit ist durch die in ihrer Form versöhnliche, dem Inhalt nach ablehnende russische Rückantwort, welche am 1. Sept, in Wien, am 2. Sept, in Berlin anlangte, so sehr in eine neue Phase getreten, daß Mr unseren Lesern einen Neberblick der europäischen Lage schuldig zu seyn glauben. Am 21. August sind die Oesterreicher von Hermannstadt aus durch den rothen Thurmpaß , am 27. von Kronstadt aus über den Predjal in die Wallachei eingerückt. Eine neue Aushebung von 80,000 Mann ist in Oesterreich angeordnet; daS neue Anlehen soll wo möglich auf 500 Millionen gebracht werden. Am 22. August ist Omer Pascha in Bukarest eingezogen und scheint nur daS Anziehen der Oesterreicher zu erwarten, um den Krieg an der untern Donau fortzusetzen. Vorher war er zu strengen Maßregeln gegen die Baschi-BozukS genöthigt, welche, obgleich in ihren Einzelheiten noch nicht hinreichend bestätigt, an die Vernichtung der Mameluken oder Janitscharen erinnern und also nicht ohne Vorgänge im orientalischen Leben sind. Ob Omer bei seinem offensiven Vorgehen gegen die Russen an den Anglo> Franken Beistand finden wird, ist mehr als zweifelhaft nach der bisherigen Nnthâtigkeit dieser Truppen, für deren Rechtfertigung nunmehr auch den Geduldigsten die EntschuldigungSgründe auSgègangen find. Der Zug in die Dobrudfcha, der Brand in Barna, die Krankheit des Prinzen Napoleon und deS Herzogs von Cambridge, die Verwüstungen der Cholera, welche bereits ein Viertel des französischen Heeres hingerafft haben soll, bei fortwährender Unthâtigkeit, die Oberleitung des Marschalls von St. Arnaud, des einzigen Marschalls von Frankreich, der feinen Stab auf den Boulevards von Paris sich verdient, find lauter verstimmende und niederdrückende Momente, welche wenigstens in der französischen Armee schon sehr