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(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214°.). | I
M 198. Dienstag, dm 22. August 1854.
VebeebLLS des WreèHNiM im Gshiete der pMLtifchSN m«d WÄtsriMKA ZKtTeeGeK.
Frankfust, den 22. August. „®er auf die Uneinigkeit der deutschen Mächte spekulirt — sagt ein hiesiges Blatt — hat sich noch selten getäuscht * Leider ist diese Thatsache nicht zu bestreiten; aber desto mehr erscheint es als die Pflicht der deutschgesinnten Presse, sowie der Politik der deutschen Staaten, in der gegenwärtigen kritischen Situation jeden Anlaß zu einer solchen Uneinigkeit zu vermeiden. Wenn Blätter, wie der „Lloyd", an dessen Spitze ein Ausländer — nämlich der Amerikaner E. Warrens — steht, die deutschen Fürsten und Stämme täglich mit Beleidigungen über- schütten, so kann ein solches Verfahren nicht befremden, denn das Ausland und die Ausländer haben von jeher auf die Uneinigkeit Deutschlands spekulirt. Wenn aber ein deutsches Blatt, wèlches vorzugsweise aus die Verfechtung deutscher Interessen Anspruch macht, sich einem Amerikaner als Genossen anschließt, so kann man seine deutsche Gesinnung kaum noch in Zweifel ziehen. ES heißt wahrlich nicht, die Einigkeit Deutschlands befördern, wenn man gerade im gegenwärtigen Augenblicke die deutschen Staaten als das Pensionat weiblicher Kandidatinnen zu europäischen Thronen würdigen läßt, wenn man den Herrscher eines Nachbarstaates hoch über alle deutsche Fürsten auf den Schild emporhebt. Spekulirt das Ausland auf unsere Uneinigkeit, so hat, wie die Presse, so auch jeder deutsche Staat, nur um so mehr die Pflicht, alles zu vermeiden, was auch nur den Schein eines Vorwandes zu einer Trennung unter den deutschen Bundesgenossen abgeben kann. Sollte aber jene Uneinigkeit wirklich schon bestehen, so fehlt dem „Lloyd" und den ihm gleichgesinnten Blättern in der That jede Berechtigung, den Stein deS PsrwurscS auf die anderen deutschen Staaten zu werfen. Verschiedene Auffassungen könnnen sich auf dem Boden einer gemeinsamen Grundlage geltend machen, ohne daß diese Grundlage selbst dadurch zerrissen wird. So glauben wir auch die Verschiedenheit der Ansichten aufsaffen zu müssen, welche sich über die Stellung Oesterreichs und Preußens zur orientalischen Frage gegenwärtig in der österreichischen und preußischen Korrespondenz gezeigt haben. Der"in unserem Ueberblick vom 17. d. M. auszugsweise mitgetheilte Leitartikel der preußischen Korrespondenz hat in der österreichischen eine Entgegnung gefunden, in welcher nachzuweisen versucht wird, daß Oesterreich mit den Westmâchten durch den Notenaustausch vom 8 d. M einen Vertrag über die an Rußland zu stellenden FriedenSbedingungen abschließen konnte, ohne mit seinen durch den Aprilvertrag gegen die deutschen Bundesgenossen übernommenen Verpflichtungen in Widerspruch zu gerathen. Eine Antwort auf diesen Artikel bringt die neueste „Preuß. Lorresp.", die geeignet ist, zur Charakteristik der gegenwärtigen Situation zu dienen,