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Intelligenz Blatt

der steten Stadt

(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpfürtchen M 214* X I |

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M 196, Samstag, dm 19. August 1851 ^h^

NsberblLÄ der GreègKèM im Gebèste der pMtifche« Md MSteriKKeN ANtsNeMN.

Frankfurt, den 19. August. Sehr gelegen kommen bei der jetzigen strategischen Wichtigkeit, welche die Bukowina, als daS die obere Moldau bedrohende Gebiet w langt hat, offizielle und neue statistische Angaben über dieses wenig bekannte Land, welche die „Mittheilungen aus dem Gebiete der Statistik, herausgegeben von der DLrectèon der administrativen Statistik im k. k. Handelsministerium. Dritter Jahrgang, I Heft. Wien 1854" bringen. Dieser östlichste Theil der österreichischen Monarchie nährt auf 190 @e# viertmeilen (etwa» größer «IS Kurtzess-n mit 750,000 Bewohner») nur 400,000 Mu° wohuer, so daß wenig über 9000 auf die GeviertMstle kommen. Der Distrikt der Ge­meinde Kloster-Puttua zählt sogar aus denselben Flâchcngehalt nur 44 Menschen! Drr niedrigste Punkt deS HerzogthumS liegt am Dnister, an der russisch-österreichischen Gränze, 277^3 Wiener Fuß; der höchste Punkt derselben ist der Dzumaleu von 5880 gu« Höhe. Die Gebirge gehören theils den Karpathen an, theils der südlich dieselben begleitenden Trachyt Kette; außerdem wechselt die Bodenbeschaffenheit deS Landes zwischen Hochebenen und den fruchtbaren Flußthälern des Dnister, Pruth, Cereth, der Bistritz, Sutschawa und Moldawa, welche sämmtlich dem schwarzen Meere zufließen, theils direct, theils durch die Donau. Die Bevölkerung sind meist Rumänen und Ruthenen, dazu kommen die Nachkommen der unter Maria Theresia und Joseph II. ««gesiedelter, deutschen Colonisten. Nur acht Hundertel der Bevölkerung wohnen in den drei einzigen Städten deS Landes, in Tfcheruowitz mit 20,000, Sutschawa mit 6000 und Sereth mit 4500 Einwohnern. Ueber die Vertheilung des Grundbesitzes lassen sich nur unvollkommene Andeutungen geben, da außer den Städten bis jetzt keine Grundbücher bestehen. Bon der gesummten productiven Bodenfläche kommen noch kein Fünftel auf Aecker und Gärten, fast ein Drittel auf Wiesen und Weiden und fast die Hälfte auf Wälder. Die Bcwirth- schaftung deS ungemein fruchtbaren Bodens dieses Kronlandes hat bei der Masse der Be­völkerung bisher nur einen sehr geringen Grad von Entwickelung erreicht. Ohne plan­mäßige Regelung liegen oft Tausende von Jochen in. ganzen Gemeindefluren jahrweise brach, um entweder als Huthweide zu dienen oder einer nöthig geglaubten Ruhe bewahrt zu bleiben. Düngung derselben hat erst in den jüngst verflossenen Jahrzehnten in einiger Ausdehnung Anwendung gefunden. Der Gebrauch eiserner Werkzeuge ist einem nam­haften Theile der kleineren Grundbesitzer so gut als fremd; ihr Grundbesitz liegt in ein­zelnen Parzellen zerstreut umher. Obgleich ein großer Theil deS HerzogthumS für de» Weinbau geeignet ist, betrug das Erzeugnis voll 1851 doch nur 162 Eimer, welche wkgm der schlechten Behandlung des Mostes meist von mittelmäßiger Güte wen. Schon dir