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Dritte Beilâge zu M 195. Freitag, dm 18. August 1854.

ttgen Wir.'hschafèsgärten, wo für Hunger und Durft zu feier Zeit, besonders aber bei solchen und ähnlichen Anlässen hinlänglich gesorgt ist. Wer schon irgend einmal seine Einkehr in Bonames genommen, w'rd eS gewiß befriedigt verlassen haben.

Der hier in Frankfurt erscheinende »Actèonär", welcher, wie wir hören, einer rasch steigenden Verbreitung sich erfreut und ein wahres Bedürfniß der Geschäftsleute und Ka­pitalisten befriedigt, enthält nicht nur ein reichhaltiges Repertorium des für seine Leser Wissenswerthen Materials, sondern dringt dasselbe auch möglich schnell und früh Eo gibt die neueste Rammer eine sehr interessante Zusammenstellung der Betriebsresultate von 39 deutschen Privat-Ei send ahnen im zweiten Quartal dieses und des ver­gangenen Jahres.

Der Reifende eines Frankfurter Hauses schreibt neuerdings über München und sagt unter Anderem von der Cholera: „ .. .. UebrlgenS tritt diese Krankheit bis jetzt lange nicht so stark dort auf, als man auswärts erzählt, und die panische Furcht, die plötzlich die meisten der Besucher Münchens ergriffen hat, ist ganz ungegründet "

Bei Darmstadt wurde dieser Tage der Lehrling eines dortigen Schuhmachers im Walde, am Darmbach, mit drei Stichwunden in der Brust gefunden und sofort in das Hosvital getragen. Er soll noch leben. Was dieses tragische Ereigniß herbeigeführt hat, ob eigene oder fremde That, darüber glaubten selbst Personen, die den unglücklichen Jüngling an Ort und Stelle gesehen hatten, sich kein Urtheil erlauben zu dürfen.

Heute Nacht hat sich ein wegen Diebstahl verhaftetes Individuum in seinem Gefängnisse erhängt.

Gestern Abend wurde ein total betrunkener fremder vagirender Schauspieler auf der Straße aufgegriffen und zur Hgft gebracht

Bei einer GeuSdarmerie- Streife in der Gemarkung gelang es einem verhafteten Strohmer, durch den Teich am Hellerhof zu waèen und so zu entspringen.

Der Ginnheimer Einwohner Johannes Pflug, der an dem bekannten traurigen September-Montage des Jahres 1849 bet der Ermordung des Fürsten LichnowSky und V. Auerswalds beteiligt gewesen ist, ist dieser Tage, nach Verbüßung der ihm zuerkann- ten vierjährigen Zuchthausstrafe, zu seiner Familie zurückgekehrt.

Am 22. d. findet eine Generalversammlung des evangelischen Haupiverei's der Gustav-Adolphstiftung in der Mittelschule statt. -Q

Kunft-, Literatur - und Theater-Notizen.

Unter den in der Düsseldorfer Kunstausstellung hervorragenden guten Gemälden wird von Kennern besonders ein großes Gemälde unseres in der Kunstwelt rühmlichst bekannten Mitbürgers Herrn Professors Jacob Becker hervorgehoben, das in einzelnen Zügen an fein bekanntes Bild daS „Gewitter" erinnern dürfte. Das ausgestellte Bits, deS berühmten Künstlers, ist von außerordentlicher Wirkung, mit ächt poetischer Kraft erfaßt und wicderaegeben. Ein außerordentliches Leben herrscht auf der Scene, die in der schönen und finnigen Anordnung der Gruppen die bewährte Kunst deS Meister nicht verkennen läßt. An einem Walvsaume, fern von ihrem Dorfe, daS vom andringend-n Feind beschossen wird, haben sich die flüchtigen Dorfbewohner gesammelt und schauen ans der Ferne dem Schicksal ihres Wohnorts in Angst und Besorgniß zu. Den Mittelpunkt der Gruppe bildet der Pfarrer, dessen jugendlicher Kopf indessen wenig zu dem sicher» weißen Haar deS Greises zu passen scheint. Ein Bauer scheint ihm auf der einen Seite Nachricht zu bringen, wie der Stand der Dinge ist in der verlassenen HeiAath, während an der andern Seite ein junges Weib mit ihrem Kinde hâlseflehend sich an ihn herau- drängt , der den besorgten Blick auf die Stätte der Verwüstung gerichtet hält. Neue