Einzelbild herunterladen
 

Armre-Corps als Resewe aus dem Inneren Rußlands stoßen. Anapa wird in größter Eile befestiget, Häuser demolirt, Forts und Batterien angelegt. In der Nähe der Stadt ist ein für 20,000 Mann eingerichtetes Lager vorbereitet.

Aus der Ostsee. Die „Lübecker Zeitung" enthält folgende ihr am 12. August zuge­gangene telegraphische Depesche: Die englischen und französischen Truppen sind im Besitz der ganzen Insel Aland. Die Russen haben sich in die Festung Bomarsund zurückgezogen, welche seit dem 8. d. M. beschossen wird. Napier soll dießmal Ordre ge­geben haben, die Einwohner der Inseln zu schonen, ihnen nichts zu rauben, sondern baar zu zahlen für das Gelieferte. Es könnte demnach auch nicht angenehm seyn, eine Bevöl­kerung von 13,000 Seelen durch Erpressungen allzusehr zu erbittern. Der „Börs.-Halle" schreibt man, es käme den Feinden darauf an, die Festung in ihre Hand zu bekommen, ohne sie zu zerstören.

Warschau, 14. Aug. Gestern ist Fürst V. Paskiewitsch hier eingetroffen.

Dr. Jacobis unterseeische Hosten - Maschine. Einem schwedischen Blatte („FolketS Röst") entnehmen wir folgende Beschreibung dieser furchtbaren Maschine, ohne jedoch für die Richtigkeit derselben kinstehen zu können.

A ist ein kupfernes Gefäß, welches mit einer Pulverladung von 600 — 700 Pfund durch die beiden Kapseln B geführt, gefüllt und alsdann hermetisch verschlossen wird. C ein lederner Schlauch, welcher einen elektrischen Draht, der mit einem Gutta.Percha- Schlauche überzogen ist, enthält, sitzt daS Gesäß A mit dem Lande in Verbindung, in­dem daS eine Ende des Schlauches in die Pulverkammer führt und das andere dem Meeresgrunde entlang nach einer am Lande aufgestellten elektrischen Batterie läuft. An dem Gesäße A find 4 eiserne Stäbe DD angebracht, deren untere Enden auf einem eben­falls eisernen Ring E ruhen. Ein Tau F, das an diesem Ringe befestigt ist, läuft durch eine Rolle G und bezweckt, daß der obere Theil der Maschine, trotz der beüänvt- gen Bewegung des Meeres nicht blos senkrecht, sondern vollkommen wagrecht bleibt. Die Scheibe G ist wieder an ein kegelförmiges Gewicht H befestigt, dessen Spitze auf dem Meeresgrunde M ruht und wodurch die Maschine stets auf derselben Stelle bleibt. Durch Verlängerung oder Verkürzung des TaueS F kann man den Apparat nach Belieben hoch oder tief im Wasser aufstellen.

Um nun vom Lande aus genau die Stelle zu erkennen, wo diese Höllen- Maschine sich befindet, um sie im Augenblicke anzünden zu können, wenn ein feindliches Schiff entweder darüber hinfährt oder sich in deren Nähe befindet, schwimmt eine kleine weiße Boje K auf der McereSfläche L.

Der schwedische Ingenieur, der diese Beschreibung gibt und während deS vorigen Winters selbst in einer russischen Fabrik angestellt war, wo die erwähnte Maschine ver- seotigt wurde, fügt hinzu, daß, obgleich ein Versuch, welcher an einem alten Kauffar­teischiffe veranstaltet wurde, vollkommen gelang, dennoch daS Entzünden und Erplodiren derselben nicht ohne Gefahr bewerkstelligt werden könne, daß ferner Schiffe, die beständig auf ihrer Hut sind, nicht allein dieselben leicht vermeiden, da die weiße Boje ihnen im­mer die gefährliche Stelle anzeigt, sondern sie auch gänzlich unschädlich zu machen ver­mögen, indem sie zwischen der weißen Boje und dem Lande den ledernen Schlauch her- aufzuholen und abzuschnetden im Stande sind.

Eine von Dr Carofio in Genua gemachte Erfindung, wird jetzt in England und Frankreich verschiedenen Proben unterworfen, und scheint eine ganze Revolution in der Dampf-Maschinen. Industrie hervorbringen zu wollen. Der Dampf soll nämlich durch einen elektro-magnetischen Apparat „die hydronamische Säule" genannt, ersetzt werden, pnd würde zur Folge haben, die Kosten und die Gefahren des Brennstoffes zu vermeiden.