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beten in den fernen Landen. Was das dießjährige Natkonalfest besonders erfreulich macht ist der Umstand, daß zugleich überall das Ernte-Fest begangen werden kann. Der Segen Gottes ist allenthalben glücklich heimgebracht und hat die Erwartungen übertroffen, die man gehegt. Das Sinken der Getreide-Preise ist seit einigen Tagen sehr stark und be­trägt "in einzelnen Bezirken 8 Fr. für den Hectoliter Merzen. Die Brodtaxen werden in einigen Wochen ihre gewöhnliche mittlere Notirung wieder erlangt haben.

*** Madrid. Die Einberufung der constituirenden Cortes wurde von dem Minister­rathe beschlossen. Die Cortes werden dem Bernehmen nach die Berfassung von 1837 zu revidiren und noch mehrere andere Fragen von hohem Belange zu erledigen haben. Es würde die Versammlung, in einer Kammer, den Namen „Kongreß der Abgeordneten" führen. Einer der Revisionsvorschläge würde dahin gehen, die Senatoren, falls die erste Kammer beibehalten würde, durch die Wähler ernennen zu lassen, wie die Abgeordneten. Das Ministerium hat diesen wichtigen Maßnahmen seine Zustimmung ertheilt, mit Ausnahme eines der Mitglieder des Kabinett welches jedoch nicht Marschall O'Donnell ist.

*** Barcelona. Ein Regiment lehnte sich auf und ermordete zwei seiner Offiziere. Es wurde der Befehl gegeben, das Regiment zu decimiren. In Folge von Beweisen aufrich­tiger Unterwerfung und Reue begnügte man sich jedoch damit, die drei Führer der Revolte erschießen zu lassen.

*** Konstantinopel. Marschall Saint Arnaud, der auf dem „Bertholet" von Varna hier eintraf, hatte am folgenden Tage eine Audienz beim Großherrn , der ihm am Schluffe derselben für seine Gemahlin ein Collier im Werthe von 400,000 Piastern (40,000 fl. rh.) als Geschenk übergeben ließ.

*** Odessa. Es sind hier mit der Feldpost Briefe aus Jassy eingetroffen, welche die Ankunft des Generals Osten-Sacken melden, gleichzeitig aber auch die sonderbare Mähre bringen, daß man sich daselbst zum wahrscheinlichen Rückzüge anschicke. Die Truppen sollen außer­ordentlich gelitten haben und ein Drittheil der Kavallerie gar nicht beritten seyn. Strapatzen und unsägliche Qualen der Hitze in der wasserlosen Dobrudscha haben einen großen Theil der Pferde, sowohl der Cavallerie als der Artillerie, fast eben so wie 1828 aufgerieben. Die Uebriggebliebenen sollen einen traurigen Anblick darbieten. Ausgemergelt, schwach und ent­kräftet, muthlos endlich und kaum im Stande, mit Anspannung aller Kräfte die Waffen zu regieren, schleichen manche decimirte Colonnen dahin, deren gelichtete Reihen namentlich sehr viele Offiziere verloren haben.

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Wien, 15. Aug. Bach, Bruder des Ministers, Statthalter Oberösterreichs, ist zum Civilcommiffär der Moldau und der Walachei ernannt. — Feldzeugmeister Heß ist nach Krakau zur Armee abgereist. — Die Besetzung der Donaufürstenthümer bevorstehend.

Wien, 12. Aug. Berichte aus Bukarest vom 8. August melden , daß man dort den Einmarsch der k. k. österreichischen Truppen in die Fürstenthümer zwischen 20. und 24. August erwartet. Der sogenannte Fürstenhof, das fürstliche Residenzschloß, wird für den Empfang des Fürsten Stirbey eingerichtet.

Briefe aus Baltschik vom 31. Juli, die via Konstantinopel eintrafen , bezeichnen den 15. Aug. (Napoleonsfest) als den Tag, an welchem sich die Expedition für den asiatischen Kriegsschauplatz in Bewegung setzen soll. Die Ausrüstungen werden mit größtem Eifer nicht nur in Barna, sondern auch in Baltschik betrieben. Eine Flotille von Kanonenbooten steht in Bereitschaft. Im Ganzen sollen 40,000 M. emgeschifft und nach Asien geführt werden.

Die heutige Post aus Konstantinopel hat wichtige Nachrichten vom asiatischen Kriegsschauplätze vor Ende Juli gebracht. Das russische Heer wird dort fortwährend massenhaft verstärkt und überhaupt in eine Verfassung gesetzt, die wichtige Kriegsereignisse yoraussetzen läßt. Zu den zwei Armeecorps Bebl-rtoff und Andronikoff wird ein drittes