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Intelligenz Blatt

der steten Stadt âMkM.

(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214*.).

M 192. Dienstag, den 15. August 1854

Ueberblick her WreigAiise im Gebiete der politifchsK ««H materLeRen Intsreffe«.

Frankfurt, den 15. August. ES ist Thatsache, daß der russische außerordentliche Gesandte in Wien Fürst Gortschakoff die bevorstehende Räumung der Donaufürstenthümer am 7. d. offiziell angezeigt hat. Diese Thatsache ist aber vielfachen Deutungen unter­legen. Der Lloyd legt derselben nur eine strategische, keine politische Bedeutung bei; sie sey erzwungen durch die drohend« Haltung deS k. k Heeres, könne also die politische Lage nicht ändern. Damit stimmt auch der als authentisch bezeichnete Artikel eines anderen Blattes überein, daS die Ansichten der maßgebenden Wiener Kreise mitzutheilen pflegt und worin der Krieg zwischen Oesterreich und Rußland um den Besitz der Donau- Fürstenthümer geradezu als unvermeidlich bezeichnet wird. Nicht weniger beachtenSwerth, wenngleich aus Pera (!) dattrt, ist der etwas romantische Artikel der A. Z., welcher z« Oesterreichs Beistand eine Musterkarte von Deutschlands berühmtesten Truppentheilen an verschiedenen Gränzpunkten aufgestellt zu sehen »erlangt. Alle diese Zeichen zusammen« genommen deuten darauf hin, daß Oesterreich daS Protektorat über die Dsnaufârsten thümer erwerben will und daß Deutschland ihm dabei helfen soll. Auf der anderen Seite lauten die Antworten vom 2. und 4. aus London und Paris friedlicher. Dir Räumung der Donaufürstenthümer hat daS Hinderniß, welches der Anknüpfung von Friedenöunterhandlungen im Wege stand, weggeräumt, und die durch die BrcSlamr Zeit, verbreiteten angeblichen Forderungen der Westmächte von einer Gebietsbeschränkung Ruß­lands und Ersatz der Kriegskosten sind durch die soeben im „Moniteur" publizirte De­pesche deS französischen Ministers der auswärtigen Angelegenheiten vom 21. v. M wider­legt. Jetzt ist auch der Wortlaut der Rote Nesselrode'S an Gortschakoff vom 29 Juni in Erwiederung auf die österreichische Sommation bekannt geworden, worin Rußland mit den drei Hauptpunkten deS Wiener Protokolls vom 9 April sich einverstanden erklärt. — Wir haben nun zu untersuchen, wie durch diese Ereigniffe die Stellung Deutschlands zur orientalischen Angelegenheit in Folge deS Vertrages vom 20. April geworden ist. Derselbe erklärte die dauernde Besetzung der Donaufürstenthümer durch russische Truppen für unvereinbar mit den deutschen Interessen und verlangte schleunige Räumung ser» selben. Nur im Falle, daß Oesterreich genöthigt würde, diese Räumung zu erzwingen und daß dabei sein Gebiet bedroht würde, ist ihm die deutsche und preußische Hülfe zugesagt. Nun sind aber die Donaufürstenthümer geräumt und so die Bedingung deS Vertrages erfüllt. In dem Vertrage vom 20. April findet also ein etwa von Oesterreich gestellter Antrag auf Mobilmachung des deutschen BundrS- Heeres keine Grundlage und hat somit aus keinen Erfolg zu rechnen, Eine Unterstützung