Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt. zS^
(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214°.). i 4
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â 190. Samstag, den 12. August 1854»
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NebeeNiM der GreiWiM im Webiete der politische« J und MSterieVsK Juterefsen.
Frankfurt, den 12. August. DaS Gelingen des großen österreichischen National- AnlehenS hängt so eng zusammen mit dem Uetzcrgang Oesterreichs zur Action, daß nicht zu verwundern ist, wenn dasselbe in weiteren Kreisen als denen der Kapitalisten urd Spekulanten ein mehr politisches als finanzielles Interesse erregt, und wenn die österreichische Regierung alle Mittel anwendet, dessen Zustandekommen zu befördern. Von der Wiener Presse zeigt fiÄ in dieser Richtung am thätigsten der Lloyd. Er, der sonst seine Leser in den ersten Spalten ausschließlich mit Ausfällen auf Preußen zu unterhalten pflegte, bringt jetzt zur Abwechselung Artikel, in welchen die Anleihe warm empfohlen und ebenso als Heilmittel der Finanznoth angepriesen wird, wie der Lloyd noch jede der seit 1848 «ungeschlagenen Finanzmaßregeln als solche bezeichnet hat. Seine staatS- ökonomischen Grundsätze, z. B. daß große Staatsschulden, indem sie den Kapitalisten eine bequeme und einträgliche Gelegenheit zur Anlage bieten, eine wahre Wohlthat seyen, lagert Herr 8. Warrens, der Redactor des Lloyd, in einer eigenen Flugschrift ab. Der Verfasser eines bei Teubner in Leipzig anonym erschienenen Heftes wendet sich besonders an daS außerösterreichische Deutschland und sucht daS Interesse zu erweisen, welches ganz Deutschland an der Herstellung der österreichischen Valuta haben müsse, welches Interesse eS durch Betheiligung an der Anleihe bethätigen möge. DeS ungenannten Verfassers Ansichten über die Wirkung der Anleihe find so sanguinisch, daß er außer Deckung des ordentlichen und des durch die Rüstungen entstehenden außerordentlichen Defizits "auch noch den Bau der zur Verbindung mit Deutschland und Italien fehlenden, ausnehmend kostspieligen Eisenbahnen auS ihrem Ertrag bestreiten will. Was die Finanzverhältntffe Oesterreichs betrifft, so hebt der Verfasser triumphtrend das Steigen der Einkünfte seit 1850 hervor. Allerdings ist von 1849 — 50 daS StaatSeinkommen um 22 Prozent gewachsen, aber die Ursache davon war theils, daß weder Oder-Jtalien noch Ungarn einen großen Theil des Jahres Steuern gezahlt hatten, theils die Centralisation der Monarchie, welche eine Menge Einkünfte aus den ungarischen Kronländern der Gesammtmonarchie zuwieS, auf der anderen Seite aber auch die Folge hatte, daß der Gesammtstaat für viele, früher von len Kronlândern bestrittene Ausgaben aufkommen mußte, in Folge dessen der gesammte Aufwand für Verwaltung, Justiz, Polizei, Cultur und Unterricht von 53 Millionen im Jahre 1847 auf 95 Millionen im Jahre 1853 stieg. Dieses Wachsen der Einkünfte hat in demselben Verhältniß nicht angedauert, sondern ist auf eine Prozentzahl zurückgegangen, welche kaum mit der fortschreitenden Bevölkerung und Cultur gleichen Schritt hält, nämlich 1850—51: 11, 1851-52: 10, 1852—53 : 5 Prozent. Obgleich