Intelligenz Blatt der treten Stadt Frankfurt. ^^^
(Expeditions-Comptoir am hl. Gerstpsörtchen M 214=). I J
M 188, Donnerstag, den 10. August 1854,
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NebephLLck deL WssigNtGe int Gebiete dee pMtische« VKh WsLKLteEeN IntseeUsK.
FranTfurrt, den 10. August. Wir haben vor einigen Ligen einen Rückblick auf den verflossenen Monat in Bezug auf die orientalische Frage gegeben; heute wollen wir dem soeben erschienenen zweiten Julihefte der „Minerva' eine Uebersicht über die Er« eignisse in Frankreich während desselben Zeitraums entlehnen Der „Minerva' wird aus Paris Folgendes geschrieben:... „DaS interessanteste Ereigniß des MonatS bildet die Soldatenrede des Kaisers Ich will dabei mein eigenes Uriheil so viel alS möglich zurückhalten und mehr die Eindrücke wiedergeben, welche die Rede hier in Paris hervorgerufen hat. Napoleon Hl. hat sein außerordentliches Talent, Proklamationen und Reden zu verfassen, längst offenbart. Ohne Redner zu seyn, denn er liest seine Vorträge vom Blatte ab, besitzt er die seltene Gabe, den Nerv des Gegenstandes., den er behandeln will, zu erfassen, mit verhältnismäßig wenig Worten viel zu sagen, die Ausdrücke scharf zu wählen, die Gedanken aber so miteinander zu verbinden, daß die Phantasie deS HörerS oder Lesers ihnen sehr leicht andere, mehr oder weniger verfängliche unterlegen kann. Die Rede hat ferner auch auf unzweideutige Weise in Aussicht gestellt, daß Napoleon UL den Plan hat, sich selbst an die Spitze seiner Armee zu stellen. Daß er unter den Schlachten, die er zur Erweckung des Heldenmuthes der Soldaten anführt, auch die von Austerlitz genannt hat, müßte, wie man hier glaubte, auch Oesterreich verletzen. Im Ganzen darf ich gewissenhafter Weise wohl behaupten, daß der Eindruck dieser Rede in Frankreich ein ungünstiger war. ES ist eine merkwürdige, aber sehr natürliche Thatsache, daß alle Reden, die LouiS Napoleon als Präsident der Republik und als Kaiser gehalten Hst, im Auslande einen besseren Eindruck hervorbrachten, als in Frankreich. Dort nämlich hatten sie, man mochte ihren Inhalt beurtheilen, wie man wollte, immer etwas Imposantes. Der offene, ja, wenn ich eS so nennen darf, plebejische Zug., der sie durchwehte, verschaffte ihnen jenseits des Kanals, des Rheins, der Alpen und der Pyrenäen eine gewisse Bewunderung. Aber wie den Franzosen die Dicratur nach dem Staatsstreiche und daS Kaiserthum überhaupt noch mindestens als etwas Fremdes gegenüberfteht, so sind ihnen auch jene Reden als Ausflüsse der neuen unverbauten Zustände weit fremdartiger vorgekommen, als uns. Wir bewundern auch in der Geschichte so Manches, ohne weiter danach zu fragen, wie wenig es von den Zeitgenossen, von Denen, die unmittelbar die Wirkung zu erleiden hatten, bewundert oder geschätzt worden ist. Die Franzosen besonders halten an einer gewissen Etikette und finden oft Verstöße gegen diese, wo andere Nationen keine finden würden. Um jedoch in meinem Urtheile nicht einseitig zu seyn, muß ich bemerken, daß die Reden Louis Napoleons immer auf di» Massen br-