fesselt; man freuet sich des edeln Charakters, des tiefen innigen Gemüths, der geistreichen Feinheit, welche den Dichter deS „Julius von Tarent" in so schönem Licht erscheinen lassen. Er verkehrte mit allen den ausgezeichneten Männern, welche zu jener Zeit in Braunschweig lebten, und war später ein Freund deS trefflichen Herzogs Karl Wilhelm Ferdinand, der noch heute in gesegnetem Andenken steht.
Der Katalog der ersten allgemeinen deutschen Kunstausstellung in München enthält bis jetzt 500 Nummern, also beinahe das Doppelte der früheren Ausstellungen der königlichen Akademie der bildenden Künste — nach Hinroegrechnung der Werke der Plastik. An Oelbildern allein finden sich nahezu an vierhundert Nummern vor, darunter Werke von ungewöhnlicher Dimension und von hoher künstlerischer Bedeutung. DaS Verzeich- niß weist die ersten Ramen Deutschlands, wie A. Adam, Ph. Foltz, Flüggen, Heinlein, P v. Heß, W v Kaulbach, Morgenstern, E. Schleich in München, Ammerling, Blaaö, Danhauser, Gnuermann, Marko, Pettenkofer in Wien, Bendemann, Hübner, Richter, Schnorr in Dresden, Hasenclever, Ittenbach, Koller, Röting, Schirmer in Düsseldorf, Henning, KafclewSky, Kretzschmer, Schrader, Stcffeck, Steinbrück in Berlin, Haushofer und Hellich H., nach, und es bekundet jede Wand, daß die Künstlerschaft Münchens mit ihrer trefflichen Idee bei all ihren Genossen in Deutschland Anklang erweckte.
Der erste Stipendiat der Mozartstiftung, Hosiapellmeister Bott in Cassel, hat eine Oper componirt, die eben einstudirt wird und vielversprechend ist; namentlich wird Lieblichkeit und Melodienreichthum hervorgehoben; das Textbuch unter dem Titel: „der Unbekannte", hat den Caffel'schen Hofopernsânger Biberhoser zum Verfasser.
DaS Böckenheimer Sommer thcater, das wirklich Gediegenes in dieser Saison bietet, ist leider in Folge der ungünstigen Witterung, die den größten Theil deS Sommers herrschte, nicht so besucht gewesen als eS verdiente und sind die Opfer deS thätigen Director Geyßer bis jetzt von keinem Erfolge begleitet gewesen. Hoffentlich wird der Spätsommer wenigstens einigen Ersatz bringe". Am Mittwoch den 8. d. wird eine Be- ncfizvorstellung zum Besten deS in jüngster Zeit in Bocken heim mit Beifall gastirenden Schauspielers Herrn Schmidt stat-finden, aus die wir aufmerksam zu machen uns verpflichtet fühlen.
„DaS Leben und die Abenteuer einer schönen Frau." Diesen Titel führt Mrs. Trollope'S neueste Novelle, welche das englische Publikum mit einer wahren Gier verschlingt. Der Titel ist ganz geeignet, einen spekulativen deutschen Buchhändler zu veranlassen, eine Uebersetzung dieses BucheS möglichst schnell zu veranstalten.
DaS Denkmal für den Dichter Thomas Hood (gest, am 3 Mai 1645) wurde am 18. Juli auf dem Kirchhofe Kensal-Green im Beisein vieler seiner Freunde und Verehrer enthüllt. Monckton MilneS hielt eine passende Rede am Grabe. DaS Denkmal besteht aus einer Bronzcbüste deS Gefeierten auf einem Piedestal von rothem Granit. Unter der Büste find auf einer Erzplatte die Worte „Er sang das Lied vom Hemde" zu lesen. Vorn im Piedestal steht cingegraben: „Zur Erinnerung an Thomas Hood, geboren am 23. Mai 1798, gestorben am 3. Mai 18 45 Errichtet durch öffentliche Beiträge im Jahre deS Hells 1854." An den Seiten des Postaments sind Medaillons angebracht, welche seine beiden Gedichte „Seufzerbrücke" und „Traum Eugene Aram'S" versinnlichen. DaS Monument ist von Matthew Noble gearbeitet.
Am 12. Juli hat die deutsche Schaufpielcrgcscllschast im Petersburger Aleranderthea- ter ein patriotisches Spcctakelstück aufgeführt. Dasselbe führt den Titel: „Der Feind vor Odessa", sein Verfasser ist der Redacteur dec deutschen St. Petersburger Zeitung Dr. Fr. Meyer
Die Kaufmannschaft in Stettin ist zusammcngetretcn und hat in der Erkenntniß, daß alle Privatbühnen der größeren deutschen Städte unter dem Drucke der Zeit zu schwer gelitten haben, als daß ihnen ein Fortbestand in bisheriger Weise ermöglicht sey , den ganzen Ausfall von 36 bis 40,000 Thalern zur Zahlung übernommen. Herr Hein bleibt