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V Turin. Auch in Nizza sind Unruhen ausgebrochen. Am 11. Juli hatten sich sehr zahlreiche Menschenhaufen vor dem Rathhause versammelt, darunter eine Menge Bauern, welche ungestüm die Erlaubniß verlangen, alle Arten Lebensmittel, die- sie täglich in die Gtadt bringen, ohne weitere Taxe auf dem Markte verkaufen zu dürfen, statt wie bisher auf einem anderen öffentlichen Platze der Stadt. Man suchte sie, nach Ankunft der bewaff­neten Macht, durch Versprechungen zu beschwichtigen; doch ging dieß nicht so schnell. In Razola machten die Schnitter ebenfalls Krawall. Man bedrohte den Bürgermeister mit dem Tode; die Nationatzarde ward durch Generalmarschschlagen unter die Waffen gerufen, konnte aber nur mit Mühe die Ordnung wiederherstellen. Weitere Brodkrawalle fanden auch noch in verschiedenen andern Orten des Königreichs statt. Selbst hier in der Hauptstadt scheint es, nach der Stimmung und Haltung der untern Volksklaffen zu schließen, nicht sehr geheuer, feindselige Aeußerungen werden laut, und man fürchtet gleichfalls einen Ausbruch.

V Konstantinopel. Die Russen haben eine Niederlage bei Batum erlitten. 4000 Mann türkischer Truppen find von Varna nach Cirkassien geschickt worden.

VW' General-Adjutant Graf Rüdiger und der Obercommandirende der Artil- lerie, General-Limtant Suchozanet, sind nach Bresc-Litewski gereist, um diesen Hauptstütz­punkt der russischen Rüstungen zu inspiciren. In ähnlicher Weise dürften nachträglich auch die anderen vollständig ausgerüsteten polnischen Festungen inspicirt werden. Die Nachrichten, daß Kalisch eine größere Besatzung erhalten werde, lauten noch immer sehr unbestimmt.

*** Triest. Aus Montenegro wird vom 14. d. berichtet: Viele Nahien sind im Ausstand, alle Munitionen des Klosters Ostrog genommen. Fürst Danilo versucht die Re­bellen zu bezwingen. Es heißt, Deputationen aus Piperi und Kutschi verlangen beim Pascha von Scutari türkischen Schutz. — Aus Cattaro vom 15. Juli: Nahie Bielopavlich von Montenegro getrennt Die Insurgenten nahmen das ganze Munitionsdepot von Podostrog weg. Fürst Danilo ist mit 6000 Mann dahin aufgebrochen. — Volo, 5. Juli. Fuad Effendi angelangt. Croni (?) morgen nach Griechenland. Abdi Pascha mit 6000 Mann und 6 Kanonen in Makrinizza. Hrer 8000 Türken.

All erueu efteS.

Berlin, 22. Juli. Der Ankauf der zur Mobilmachung der preußischen Armee Nöthigen Pferde ist beschlossen. Demnächst wird die Cavallerre und die Artillerie aus die Kriegsstärke gebracht.

Bukarest, 19. Juli. General Gortschakoff erklärte, die Bojarm der Moldau und der Walachei mit 200,000 Mann gegen jeden Feind vertheidigen zu wollen. — Bei Taraipadi fiel «in Scharmützel vor, in welchem General Butustin verwundet wurde.

Madrid, 17. Juli, 4 Uhr Nachmittags. Valladolid hat sich gestern pronuncirt. Der Generalgouvernem und der Gouverneur sind gefangen genommen. Die progressistischen Generale haben das Commandv über die Truppen übernommen. — Das Ministerium hat seine Demission eingereicht. Die Königin hat den General Cor­dova rufen lassen. Man spricht von Erhebungen in Katalonien. — 10 Uhr Abends. Eine Volksemeute ist in Madrid ausgebrochen. DaS Volk hat Waffm und Führer. B tunruhigende Rufe lassen sich vernehmen.

Madrid, 18. Juli, 1 Uhr Nachmittags. Die Emeute war die ganze Nacht Herr in Madrid. Gegen 2 oder 3 Uhr Morgens wurden die Truppen vorgeführt und schritten kräftig ein. CS sind Barrikaden errichtet. Die „Gaceta" veröffentlicht die Namen der neuen Minister; ei sind dieß: 3Moderados, nämlich Herzog v. Rivas» Conseilpräsident und Ma- rinemimster, Mayans, Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Rio Rosas, Minister des Innern; drei Progression, nämlich Lacerna, Justizminister', Cantero, Finanzminister, Roda, Handelsminister. Obrist Garigo ist zum Brigadier und zum Befehlshaber der Sa- MÖnit von Madrid ernannt.