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Dritte Beilage zu M 171: Fâg^ den 21. Juli 1854:-7

Dämmerung der Schützenlust Halt gebot, fand man sich in den freundlichen Räumen deS OberforsthaufeS Wieder und machte den Beschluß des schönen Tages mit einem fröhlichen Tänzchen. Die Herren vom Semi«, welche die Veranstaltung der ganzen Feier leiteten und auch durch die äußere Ausschmückung der Feftplätze daS allgemeine Vergnügen er* höhten , fanden den besten Dank tu dem anerkennendm Beifall, der ihren Bemühungen von allen Seiten gcfpm-et Wurde. So muß es seyn, wenn eine Corporation dauernd bestehen soll, daß ein Jeder mit Freude und Elfer daS Seinigs zum allgemeinen Besten beiträgt $ nicht in der Anzahl, sondern in der Eintracht beruht die Stärke, und das ist der wahre „Esprit de Corps«,, der nur durch die Kleb« und Anhänglichkeit der Mitglieder Hervorgecufen, stets feine Nahrung in sich selbst findet und keines äußeren AmpulftS be­darf, um geweckt und nachgeschün zu werden.

Aus ganz glaubwürdiger Quelle geht uns soeben die Mittheilung zu, daß die be­schleunigten Eifendahnzüge von Pariâ über Straßburg, Karlsruhe, Frankfurt o. M. nach Berlin, auf welchen man diesen Weg in 38 Gründen zurücklegt, schon mit dem 1. Aug. ihren Anfang nehmen sollen.

Hier um Frankfurt, sowie in mehreren Gegenden Bayerns, Hessens, Nassau rc, hat die Körn-Ernte begonnen und wird bei dem herrlichen, überaus günstigen Wetter, daS jetzt eingetreten, gut heimgebracht werden. Drei bis vier Achren an einem Halme find nichts Seltenes. Uederall, wo schon neues Getraide gedroschen wurde, hat eS einen äußerst reichen Ertrag geliefert. So hat bei Nürnberg ein Landwüth von einem Scho­ber Wintergerste 36 kleine Metzen Körner bekommen. Wir haben also Heuer eine Döp­pe lernte. Der alte Sott lebt noch!

rEDem thätigen, achtbaren, früheren Chef des söschbataiLsuS, Herrn Major Ulrici, der leider in neuerer Zeit Ms Ml'vieler' hämischen unverdienten Angriffe gewesen ist, und dem der Senat, wenn auch ungern, die mehrmals verlangte Enthebung von seinem Posten gewährte, wird seitens der Mannschaften ein silberner Pokal überreicht werden. Die achtbarsten Bürger haben sich bei dieser gewiß verdienten Anerkennung des jederzeit so eifrig für die Vaterstadt wirkenden Mannes vereinigt, um ihm einen Beweis ihrer Gesinnung und Hochachtung zu geben.

AM vergangenen Samstag wollte ein Dienstmädchen anstatt einen fünfpfündigen Butterweck wiegen' zu lassen, mit demselben durchgehen. Die Butterweiber gewährten eS noch rechtzeitig^ Heien ter Diebin nach- worauf diese ihre Beute wegwarf und auf und davon eilte. H .

Gestern wollte ein Kutscher am BockenheiBerthsr einen ihm bekannten Vagabunden, der schon mehrfach bestraft worden war, festtzalten und der GenSd'armerie überliefern» Derselbe zog jedoch sein Sackmesser und verwundere den Kutscher. Die Wunde ist nicht gefährlich. Der Strolch ist verhaftet.

Der Kutscher eines reichen Partikuliers überfuhr gestern einen Mann, derselbe ist jedoch nicht sehr bedeutend verletzt worden.

Am 16. d. M. wurde beim Abbruch der alten Synagoge ein Klumpen zusammen- geschmolzenm Geldes gefunden, welches sich unstreitig bei dem Brande 1711 im Opfer- stock befand und damals nicht gefunden wurde.

Der Arbeiter, der von seiner Geliebten mit der Sense lebensgefährlich verwundet wurde, ist von diesem Zeichen treuer Liebe wieder genesen,

In Folge der warmen Witterung wurden viele Personen in der letzten Zeit vom Schlage getroffen So fiel ein Mann an einem Schlaganfalls im Wirthshaus« um wäh­rend er Karten spielte.