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frÄtt derart befallen, daß er Idiot geworden. In eine Heilanstalt gebracht, wurde er dort von einer feiner Familie ganz unbekannten Person häufig besucht, die dem Geistes- kranken eine Generalvollmacht zur Verwaltung seines BesitzthumS entlockte. Nachdem 1?. doch das Vermögen deS Idioten bei solcher Verwaltung bedeutend gelitten, sahen sich die Verwandten genöthigt, einer gerichtlichen Einschreitung Folge zu geben. Der richterliche Spruch ging in der That auch dahin, daß Herr v. Saint-Pierre wegen seines complete» Idiotismus unvermögend sey, sein Eigenthum zu verwalten oder dießfallfige Vorkehrungen zu treffen. Zu gleicher Zeit ward auch Herr Leèon bestimmt, das Besitzthum, sowie die Person deS bürgerlich todt Erklärten zu beaufsichtigen.«

Im vorigen Jahre brachten die Pariser Haupttheater an Armenabgaben, zu 10pEt. der Bruttoeinnahme auf: die große Oper 99,023 Fr , daS Theater FranyarS 58,126, die komische Oper 109,664, die italienische Oper 43,950, daS Odeon 32,145, daS lyrische Theater 49 904, das Gymnafe 74,640, daS Vaudeville 61,465, die VariötsS 51,710, Palais Royal 51,856, Gaitè 58,383, Ambigu Comique 52,610, Porte St. Martin 78,777, der kaiserliche EircuS 68,969 Fr. Die komische Oper bat demnach die größte Einnahme gehabt: 1,090,640 Fr.

In Malaga ist am 23. Juni eine aus 68 Mitgliedern bestehende italienische Opern­gesellschaft eingetroffen, welche auf zwei Jahre für Bahia in Brasilien Eontract geschlos­sen hat und sich auf einem besondern Sch'.ff in Malaga einschiff n wird. BiS daS Schiff ausgerüstet ist, geben die Italiener zu Malaga eine Reihe von Vorstellungen. Z.

Woeste MachrLehLeK,

%* Berlin. Die förmliche Antwort des Grafen Nesselrode auf die preußische Note vom 12. Juni ist immer noch nicht hier und muß nach der herrschenden Sitte durch ein Organ der russischen Regierung, in diesem Falle durch den Grafen Benckendorff, überbracht werden, so wie für das Wiener Cabinct der russische Fürst Gortschakoff der Ueberbringer war. In der Hauptsache macht das gar nichts aus, da der am 6. Juli hier angelangte Brief des Kaisers an den König sowohl die nach Wien bestimmte Antwort hier notisicirt, als auch die später erst eintreffende Note des Grafen Neffelrode schon jetzt vollständig ersetzt.

Man will wiffen, die Königin werde sich in den Tagen vom 16. bis 18. Juli nach Dresden begeben, um dort mit ihrer erhabenen Schwester, der Frau Erzherzogin Sophie, zu­sammenzutreffen. Von dort gedenke Ihre Maj. München zu besuchen, wo eine neue Zusam­menkunft des Königs von Preußen mit dem Kaiser von Oesterreich stattsinden werde. Die Bestätigung dieser Nachricht ist freilich abzuwarten.

*** Aus Nassau. An demselben Tage, an welchem die Beförderung des Receptur- gehülfen Münzel in Eltville zum Receptursecretär im Verordnungsblatte stand, ohne Zweifel eine Belohnung für die stricte Ausführung der Befehle des Ministeriums in Betreff der Temporaliensperre, ist derselbe, obgleich die Temporaliensperre wieder aufgehoben ist, excommunicirt worden. Der große Kirchenbann wurde zu Eltville durch Caplan Schlick ausgesprochen.

*** London. Admiral Berkeley, der nach Calais gereist war, um mit den franzö- sischen Generalen über die Truppen-Einschiffung weitere Rücksprache zu nehmen, ist nach kur­zem Aufenthalt daselbst wieder hierher zurückgekchrt, und es wurde abgemacht, daß die Ein­schiffung vermittels Dampfer an Bord der Kriegsschiffe, nicht in den englischen Dünen, son­dern vor Calais geschehen soll. Es heißt, Kaiser Napoleon und Prinz Albert wollen bei dieser Gelegenheit in Boulogne oder Calais zusammentreffen.

Wie der „Obscrver" glaubt, wird die dreijährige parlamentarische Session nicht vor dem 10. August geschloffen werden.

*** Puris. In den letzten Tagen wurden mehrere Regimenter mit der Nordbahn nachâ Calais und Boulogne abgeschickt. Am Bahnhöfe waren jedesmal große Volkshaufen