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Intelligenz-Blatt

der freien MM Frankfurt.^

(TrpeditionS-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214°).

M 164. Donnerstag, den 13. Juli 1854.

UeberbliE der GreLgnMe im Gebiete der politische« und materiellen Zntereffe«.

ALMkfAvK, den 13 Juli. Wir haben in diesen, auch den materiellen Fortschritten gewidmeten Ueberblicken erst neulich die Blicke unserer Leser auf LaS deutsche Eisenbahnnetz gelenkt. WaS nun speziell die Stellung unserer Stadt in demselben betrifft, so ist mit Vollendung der hier einmündenden Hauptlinien bei weitem noch nicht Alles geschehen. Eine Hauptfrage für unseren Handel bleibt noch die Verbindung von Köln mit einem Punkte der Main-Weserbahn. Diese rechts­rheinische Verbindung ist bekanntlich auf verschiedene Weise angestrebt worden. Von Seite der nassauischen Regürung wurde eine englische Gesellschaft concesstonirt zum Bau einer Rheinthalbahn, welche auf nassauischem Gebiet bis Riederlahnstein geführt und auf preußischem Boden bis Koblenz verlängert werden sollte. Eine zweite Bahn sollte von Wiesbaden nach Limburg und dann über den Westerwald nach Altenkirchen laufen und beide durch eine dritte Schienenstraße im Lahnthal verbunden werden. Preußen dagegen hatte die Absicht, von Siegen durch die gewcrbfleißigc Gegend um Dillenbura und Herborn nach Wetzlar und Gießen die Bahn zu lenken. Diese MeinunaSdifferenz $ «°* nicht ausgeglichen. Einstweilen ist die Rheinthalbahn auf den Rumpf Biebrich- RudeSherm beschränkt; im Jahre 1857 will die englische Gesellschaft überlegen, ob sie weiter bauen will. Dagegen hat am 24. Juni die Generalversammlung der Köln-Min­dener Gesellschaft bcinalw einstimmig beschlossen, den Bau der Köln-Gicßene? Bahn zu unternehmen und 20 Millionen Thaler darauf zu verwenden. Die königliche Genehm - gung ist vereitS erfolgt und auch die zweite Ständekammer des GroßherzogthumS Hessen hat in ihrer Sitzung am 4. Juli der Regierung diese Bahnstrecke zur Förderung empfohlen" Dennoch macht die nassauische Regierung, wie aus der Interpellation des Abgeordneten ^v^ds tnmerf ersten Kammer am 30. Juni und ihrer Beantwortung am folgenden Tag % hervorgeht, ihre Concesfinnirung einer für das &ÄÄ vortheilhasten Schienenstraße von Siegen über Dillenburg nach Wetzlar

"b^uä, daß die preußische der Rheinthal- und der Westerwald-Bahn den An­schluß gestatte. Auf diese Weise könnte daS Herzogthum leicht von allen großen Bühn- umgangen werden, indem eS den Unternehmern frei steht, von Siegen nach Mar- 5 to/imforp ® UVer £rtoaS:nterJPe^ der zweiten darmstädtischen Kammer Ä^^lrche Mittheilung hervor, daß der im Jahre 1848 ge-- ÄarffS Sh03?81 Matn-Weserbahn auf großherzogl. hessischem Gebiet durch weniger MipRÄ.^ u? 1 um beinahe eine Million Gulden über dem wirklichen Bedarf ge­blieben ist, allein an der Ueberbruckung des RosenthaleS bei Friedberg sind 100,000 &