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der fteie« StM âankftlrt.
(ErpeditionS-Eomptoir am hl. Geistpförtchen M 214«).
Jtë 162. Dienstag, den 11. Juli 1854.
Ueberbttck der Ereignisse im Gebiete der politischeN und materiellen Interessen.
Krankfurt, den 11. Juli. Mit wahrer Befriedigung hören wir, daß die Ernte nicht nur in unserem deutschen Vaterlande zu den freudigsten Hoffnungen berechtigt, son- dern daß auch in Belgien und èn Rußland in diesem Jahre große Aussicht aus ein besonders ergiebiges Jahr ist. Die Ernten hängen übrigens in Rußland mehr als in anderen Staaten von Zufälligkeiten ab. Man würde Unrecht thun, diese Unsicher« heit des Ertrages allein von Boden und Klima herzuleiten, da ihre Ursache vielmehr in der Unkenntniß über die Steigerung der Naturkraft durch vernunftgemäß geordnete Arbeit liegt. Eine im Jahre 1847 von dem Ministerium der Domänen ausgegangene Denkschrift bespricht verschiedene Ursachen, welche einer verbesserten Landwirchschaft in Rußland hinderlich sind. Zuerst nennt sie die Abwesenheit alles Handels zwischen den einzelnen Gouvernements, daher einzelne Provinzen Mangel an Getreide leiden, ohne denselben durch Getreide aus anbereit LandcStheilen zu mildern. Die vom Ueberflusse Begünstigten bemühen sich nicht einmal nach dem Umtausch ihres reichen Ertrages. Auf diese Weise entstehen so bedeutende Schwankungen in den Preisen, daß bet reicher Ernte der Preis nicht die Arbeitskosten deckt und bei MißwachS der fünf- und zehnfache Kornpreis cintritt. Ein zweites Hinderniß der Blüthe des Getreidebaues bildet der geringe auswärtige Handel, für welchen nach Abzug des inneren Bedarfs ungefähr 30 Millionen Tschetw. bereit find, wovon indeß nur 2'/, Millionen Tschetw. inS Ausland gehen. Die Denkschrift leitet mit Recht diese Erscheinungen aus den unvollkommenen CommunikationS- mitteln her, indem das Getreide l1^ Jahre gebraucht, um aus den ferneren LandeS- thetlen nach den baltischen Hâscn zu gelangen. Bet einer Steigerung der Preise im Auslande beschränkt such daher der Kaufmann, den in den Häsen liegenden Vorrath zu ver- und hat so allein den Vortheil von der Conjunktur. In Odessa, welches von vielen Märkten Europas nicht sehr ferne liegt, haben sich demnach dieselben Verhältnisse gezeigt, indem der Waizen dort IP/a Rubel, während er 300 Werst von da nur S1!» dis , Die nördlichen Wasserstraßen, von höchster Wichtigkeit für den Getreide- DranSport, haben m Rußland einen geringeren Werth als in anderen Ländern, weil auf Monaten im Jahr das Eis die Schifffahrt hemmt. Unter den Flüssen gewahrt die Wolga ohne Zweifel die wichtigste Verbindung; aber der Umstand, daß fie èn ein fernes und abgeschlossenes Meer sich ergießt und daß die Schifffahrt auf den Kanälen, welche sie mit dem baltischen Meere verbinden, außerdem äußerst langsam vor sich geht, hebt die Vortheile dieses bequemen Verbindungsweges wieder auf. Die anderen Waffer- straßen, auf einen sehr kleinen Raum beschränkt, sind oft nicht in ihrer ganzen LâNP