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Fünfte Beilage M M 149; Sonntag? bett 25; Juni 18541

W gehört zu den erfreulichsten Erscheinungen in unserer kunstsinnigen Mainstadt, daß man auch die geistliche Musik immer mehr wieder in daS Leben ein führt und da­durch zu Recht und verdienter Ehre kommen läßt. Erst in der jüngsten Zeit hatten diese Blätter willkommene Gelegenheit, auf daS Entstehen und erste Wirken eines von Herrn Jacob Bischof gegründeten Vereins aufmerksam zu machen, der sich vorläufig zum nächsten Ziel gesetzt habe, an hohen Festtagen den Gottesdienst in den protestantischen Kirchen durch Vorführung geeigneter geistlicher Musikstücke zu verherrlichen. In der katholischen Kirche ist dieser schöne Brauch schon lange in Uebung und eS besteht ins­besondere schon seit mehreren Jahren eine Vereinigung musikalischer Kräfte, welche unter der tüchtigen Leitung deS Herrn Heinrich Henkel durch zeitweise Aufführung größerer Werke auS dem Gebiete -er geistlichen Musik in der hiesigen Domkirche, zuletzt am FrohnleèchnamSfeste in voriger Woche durch Aufführung der v- Moll. Messe von Haydn und eines „Ecce panis“ von Aloys Schmitt (und beide am Sonntag in der Liebfrauen­kirche wiederholt) höchst erfreuliche Beweise eines gediegenen Strebens gegeben hat. Dieser Verband hat sich nunmehr, wie wir vernehmen, zu einem ständigen Verein von Herren und Damen ohne ConfessionZunterschied erweitert, um der Kirchenmusik fort­schreitende Pflege und Uebung angedeihen zu lassen, und Herr Heinrich Henkel wird in bisheriger uneigennütziger und dankenswerther Bereitwilligkeit die Pflege desselben über­nehmen. Auch diesem Beginnen und Streben seyen allseitigste Theilnahme, fröhliches Gedeihen und lohnende Erfolge von Herzen gewünscht!

Im Verlage von W. Langewèesche in Barmen ist eine populäre Biographie deS Fürsten Blücher unter dem Titel „Marschall VorwärttS! oder Leben, Thaten und Cha­rakter des Fürsten Blücher von Wahlstatl", von Dr. Rauschnick, erschienen, daS als ein Buch für daS Volk und für die Schule alle Empfehlung verdient. In kräftiger gedrun­gener Weise, ergreifend und doch ohne Phrasen ist daS Wesen und die Geschichte deS großen Marschalls geschildert, wie er „in Harren und Krieg, in Sturz und Sieg, bewußt und groß« daS Vaterland von dem Feinde befreite. Hinzugefügt ist ein poetischer An­hang, Gedichte von Rückert, Kopisch, Arndt u. 8b, die sich auf Blücher beziehen, auch ein Bruchstück aus Scheerenbergs Waterloo. Auch ist das Buch mit vier Stahlstichen ausgestattet und hat bei dem ziemlich bedeutenden Umfange einen Verhältniß mäßig sehr niederigen Preis.

In den nunmehr den Besuchern wieder geöffneten Räumen des Städel'schen Kunst- institutes sind seit voriger Woche wiederum zwei Landschaften von Fritz Bamberger zur Ansicht ausgestellt, die dem bescheidenen und liebenswürdigen Künstler täglich neue Verehrer und Bewunderer gewinnen. Die eine derselben, daS Schlachtfeld von Hastings, von den Wogen des Meeres bespült, ein Bild von eigenthümlicher Stimmung, ist auf ihrer Reise von München hierher schon einigemal in öffentlichen Blättern, auch in der Allgem. Zeitung, rühmend besprochen worden. Die zweite Landschaft, Umgegend von AlgerisaS, hat ein gutes Zeugniß schon in der Thatsache aufzuweisen, daß der hiesige Kunstverein dieselbe angekauft hat. Z

Neueste Nachrichte«.

„ *** Wien. Aus Varna meldet man, daß dort täglich frische Truppen, meist Eng­länder, Eintreffen, unter welchen jedoch das Clima bereits viele Opfer gefordert hat. — Die Straßen zwischen Parawadu und Baffardschik sind von den Russen seit dem 5. Juni ge­räumt, sie haben sich bis nach Armanlick zurückgezogen.

Man sieht j'etzt klarer in die Lage von Si listrla. Die Besorgniß, daß die Festung sich