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An Kutscher hat einen achtjährigen Knaben auf der Gallengaffe überfahren; jedoch ist der Knabe nicht gefährlich verletzt worden.

Der Antrag deS Polizeiamtes, zur Etraßenreinigung eine in England um 1200 fl. anzukaufende und mehrere hier nach diesem Muster zu fertigende Maschinen zu benutze«, erfreute stch in der gestrigen Sitzung deS BürgerausschussrS nicht der hinreichenden Unterstützung. □

Kunst-, Literatur- und Theater -MvtiZeu.

Man schreibt unS aus PariS: „Die Russen werden seit Ausbruch des Krieges auf den Pariser Theatern aufs Schrecklichste mitgenommen. DaS Theater du PalaiS Royal gibt unter dem Titel „ESpagnolS und BogardinoS" ein derartiges Stück, das Alles, was man bis jetzt in dieser Beziehung gesehen hat, übertrifft. Die Scene spielt in einem russischen Fort am schwarzen Meere. Der Garnison fehlt eâ an Salz, Wein und Allem, was aus dem AuSlanve bezogen werden muß. Der commandirende General und sein Sohn, ein Oberst, zittern vor dem Feinde. Der Erstere sendet aber doch einen Bericht ab, dem zufolge er 8000 Franzosen getödtet und 14 Kanonen erobert hat. Der Sohn ludet dieses sehr wenig. Der Alte antwortet ihm aber ganz trocken: „On doublera la bas“. Die Talglich ter spielen eine Hauptrolle; der Oberst verzehrt deren zehn. Obgleich das ganze Stück in Wirklichkeit äußerst dumm ist, so lacht bad Publikum doch aus vol­lem Halft. Grossob, der den General auf sehr komische Weise spielt, trägt natürlich viel dazu bei. — Die spanischen Tänzer und Tänzerinnen sind hier wieder Mode. ES sind gegenwärtig zwei Gesellschaften hier; die eine ipi Theater du Palais Royal ist schlecht, die andere im Gymnase soll gut seyn."

Otto Müller, der beliebte Herausgeber der deutschen Bibliothek, welche nun ge­regelt bet Weidinger Sohn und Comp. dahier erscheint, geht nach Heidelberg, um dort einige Zeit nach Urkunden für einen neuen Roman zu forschen, der unS das deutsche Studetenleben früherer Jahrhunderte und das Wirken einer hochbegabten gelehrten Frau in anerkannter Vollendung auSmalen wird. Die genannte Verlagshandlung wirkt seit einiger Zeit mit besonderer Vorliebe und Erfolg für höhere Belletristik.

Die berühmte Schriftstellerin George Sand bewohnt gegenwärtig fast beständig ihr Schloß Rohant. Sie hat dort ein kleines Theater errichten lassen, wo ihre Stücke einstudirt und probirt werden; darnach erst hat Paris die Ehre der Darstellung. Die Lebensweise auf Schloß Rohaut ist ruhig und patriarchalisch. Madame Sand hat von ihrem eigenen Vermögen 10 — 12,000 Fr. Rente und gibt sie zu wohlthätigen Zwecken aus. Sie ist stets liebreich mit den Bauern, läßt sie an ihrem Tische fitzen, hört fie an und ermuntert fie, tröstet fie in Roth und Krankheit und gibt ihnen Arzeneien. Ihr Haushalt ist durchaus nicht vornehm. Es herrscht dort eine fast: alltägliche Einfachheit und das Mobiliar zeugt mehr von der kindlichen Pietäfther HauSherrin, als von orna­mentalem Geschmacke. Man steht dort Handarbeiten, Zeichnungen, Skizzen, Andenken glücklicher Jugendjahre. Den größten Theil ihrer Zeit widmet fie literarischen Arbeiten.

Die Darstellungen auS dem Berliner Leben, welche Dr. B. Heß lein in der No­velle „Berliner Pickwickier" (Verlag von A. Stubenrauch und Comp.) mit gewandter Feder gibt, gewinnen bei ihrer Fortsetzung immer mehr an Interesse und zeichnen sich besonders durch eine humoristische und gemüthvolle Auffassung der Verhältnisse auS. Wer die harmlose Lectüre liebt, wird in dem Dargebotenen reichliche Befriedigung finden.

Die Frage der Ueberstedelung deS germanischen Museums nach Coburg hat fich am -. Juni durch Abstimmung deS VerwaltungSausschusseS dahin entschieden, daß, in Er­wägung der zeitlichen Unausführbarkeit der früheren herzoglichen Propostiionen, nament­lich der Einweisung der für Aufnahme deS Museums bezeichnet gewesenen Gebäude aus der Veste Coburg, daS germanische Museum seinen bisherigen Sitz zu Nürnberg be­halten solle.