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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt. -

(ExpeditionS-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214?).

M 142. Samstag, den 17. Juni 1854.

Ueberbliek dev Ereignisse im GebLâ der politischen und materiellen Interessen/ '

Krankfm:1, den 17. Juni. Die Aufanimeukunft des Kaisers von Oester­reich und des Königs von Preußen zu Tetfchen am 5. und 6. Juni hat mit Recht die Aufmerksamkeit von Europa lebhaft in Anspruch genommen, da immer allge­meiner die auch am Schluffe eines unserer letzten Uederblicke ausgesprochene Wahrheit sich geltend macht, daß Deutschland, besonders die deutschen Großmächte, diè Eütschri- dung über den AuSgang des großen Kampfes in Händen halten. Je fester die Verbin­dung zwischen Oesterreich und Preußen ist, desto mehr ist zu erwarten, daß den deutschen Interessen bei Bestimmung des Augenblicks, wann dieselben handelnd einzuschreiten haben, Rechnung getragen wird. Jedem aufmerksamen Beobachter der Weltlage konnte eö nicht zweifelhaft seyn, daß zwei Punkte in Tetschen zur Sprache gekommen sind: Peters­burg und Bamberg. In Bezug auf die am 3. Juul von Wien abgegangene „Sow- mation« Oesterreichs ist eine Unterstützung derselben von Seiten Preußens beschlossen worden, mit welcher der königl. Flügeladjutant Oberstlieutenant v. Manteuffel am 13. nach Petersburg abgegangen ist. Wenn man diese „Aufforderung« früher als ein „Ulf« matum" bezeichnet hat, so ist diese Auffassung unrichtig, indem die deutschen Großmächte Rußland keinen Termin für die Räumung der Donaufürstenthümer festgesetzt. Durch eine solche Fristsetzung würden allerdings die deutschen Mächte jede Hoffn " ~ stellung des Friedens abgefchnitten haben, während in der That von verschiß...» die Versuche fortgesetzt werden, durch einen Waffenstillstand und Congreß einen verderb- ltchen Krieg zu beenden und die Herstellung eines dauerhaften europäischen Friedens an- zubahnen. In Bezug auf die Bamberger Konferenz find die beiden Großmächte grund- fätzl ch durchaus nicht gegen die Forderung der Mittelstaaten eingenommen, daß der Vertrag der Bundesversammlung vorgelegt und Deutschlands Zutritt zu demselben durch erneu Bundesbeschluß sanctroairt werde. Zu beachten ist nur, daß nach den entschiedenen Erklärungen RiederlandS für Luxemburg-Limburg und Dänemarks für Holstein-Lauen- burg an einen Zutritt des -gesammten Bundes nicht zu denken ist. Wie man auch die ^ C f^ 3«ai>e8* unb Schlußakte deuten möge, um eine Competenz des Bundes, über einen solchen Gegenstand mit Stimmenmehrheit zu beschließen, darin zu finden, L- bcr praktische Standpunkt ist immer, daß die beiden genannten Mächte einen solchen Beschluß ^unverbindlich für sieerklären werden. Es wird daher auch beim besten Willen der den Wünschen der Bamberger Conferenz nachzuleben, kein anderer Weg übrig bleiben , alS zuerst die Ansichten der einzelnen Regierungen einzuholen und nach

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