^hâ 3. Juni. Erst heute fand die Beerdigung des englischen Capitäns Gifförd statt ~<^er commandirende General Osten-Sacken begleitete mit seinem Stabe die Leiche und liest hierzu zwei Bataillons Infanterie und 2 Geschütze ausrücken. Die Leiche selbst wurde nack englischem Seemannsgebrauche auf einer Kanonenlafette geführt. ' Der erste Lieutenant vertrat die Stelle eines anglikanischen Geistlichen. Sämmtliche Matrosen und Offiziere der gestrandeten Fregatte „Tiger" wohnten ohne Waffen, jedoch in Reihe und Glied, dem Lei- chenbeqänqniffe bei. Das Publikum benahm sich mit würdigem Anstande; sämmtliche fremde Konsuln wohnten der Beerdigungsfeierlichkeit in Civilkleidern bei. MWW
Widdin, 6. Juni. In der jüngsten Affaire an der Aluta wurden deßhalb russische Gefangene verhältnißmäßig nur wenige gemacht, weil die Mannschaft sich nicht, ergeben wollte; die Bedienung der Geschütze z. B. legte sich auf die Kanonen und mußte so zum größten Theil niedergemacht werden. Der russische Oberst, der das Detachement commandirte, blieb aus dem Platz; die Offiziere (von den schwarzen Husaren, dieffrüher in Crajova gelegen und dort den Mund etwas voll genommen hatten) trugen mit Recht Bedenken, in die Hauptstadt der kleinen Walachei als Gefangene wieder eingebracht zu werden, und gaben sich selber, so viel vom Feinde ihrer verschont blieben, den Tod.
Athen, 9. Juni. Im Piräcus sind 1200 Engländer ausgeschifft. Der Kriegsminister hat den Offizieren alle Aeußerungen über die Neutralitäts-Erklärung verboten. Die Regierung fordert Hadschi Petros zur Rückkehr auf. Der preußische Gesandte ist nach Konstantinopel abgereist) _____________________
Die am 10. d. M. stattgefundene Eröffnung des K-ystaLpalafteS in Sydenham versprach, dem Programme nach zu schließ-.n, eine höchst imposante Feierlichkeit zu werden. Die musikalischen Rüstungen zur Eröffnungsfeier wetteiferten danach an Großartigkeit mit den Seerüstungen der Admiralität, wie folgende Ziffern zeigen. DaS im Schiff des Krystallpalastes amphüeatraiisch erbaute Orchester war für eine Besatzung von 1600 Virtuosen berechnet, 144 Fuß breit, 70 Fuß tief und 42 Fuß hoch. Die musikalische Armee unter dem Commando des Herrn Costa zählte 1150 Kehlen. darunter 250 weibliche, mit einer Batterie von 100 Geigen, 30 Violoncellos, 30 Baßgeigen, flankirt auf beiden Seiten von 85 Blasinstrumenten. An der Spitze des Gesangcorps standen Herren und Damen wie Lablache, Clara Novello, FormeS, Ronconi, Dolby, SimS Reeves, und in feinen Reihen dienten als Freiwillige eine Menge GesangvereinSmitglieder aus London, Dublin, Edinburgh und einigen zwanzig englischen Städten. In akustischer Beziehung soll der Sydenhamer Palast den von Hydepark weit übertreffen.
Der Chef im Ministerium für Landwirthschaft, Handel und öffentliche Arbeiten zu Paris, Herr Bloch, hat dem Londeööconomie. Collegium in Berlin Saamen einer neuen Zuckerpflanze zugesandt, von welchem man industriellen Erfolg erwartet. Das Collegium hat den Saamen zu Eulturversuchcn vertheilt, so daß im nächsten Herbste sichere Resultate erwartet werden dürfen. Die Pflanze, welche man „chinesische Zuckerpflanze« nennt, ist der schon srüher bekannt gewordene und angebaute Holens saceharatus, und dürfte als Rivalin der Runkelrübe für die Zuckerproduction eine Zukunft haben.
FrKKkfWter Stadttheater.
Freitag dtti 16. Juni: Aus allgemeines Verlangen (Gastdarstellung des ?ernf®^ ^d alSdeffen letztes Auftreten) Wilhelm Lell. Schauspiel
in fünf Abtheilungen von Friedrich von Schiller. Tell: Hr. Emil Devrient Hed- wig: Frl. Claus. Mit aufgehobenem Abonnement.
, , Samstag den 17. Juni: (Dritte Gastbarstellung der Fräulein Math. Wildauer, £ Hofschausplelcrin unv Hofopernsängerin aus Wien) Mobert der Teufel. (2ter und 4ter Aci). Isabella: Frl Wildauer. Hieraus: Das Versprechen hinter'« Herd. Eine Scene aus den österreichischen Alpen. Randel: Frl. Wildauer.