ZnteHigenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt. Ä
(ExpeditionS-Comptoèr am hl. Seistpförtchm M 214:).
â 134» Donnerstag, den 8. Juni 1854.
Aeberbli-E des Greignèffe im WehLete der polLtischev nnd MaLerLeAsR Jntereffen»
Frankfurt, den 8 Juni. Der Ueberfluß deS GoldeS, welcher seit einigen Jahren durch die reiche Ausbeute der sibirischen, australischen und kalifornischen Minen entsteht, hat die Frage angeregt, ob das Gold in seinem Werthe dem Bestand deS Sil- berS gleichkommen oder vielleicht gar unter den Silberwerth sinken könne. Mit dieser Frage hängt eine andere über die AuShülse im Falle einer Entwerthung deS GoldeS zusammen. Der Betrieb des GoldeS ist viel älter als der deS Silbers, da daS Gold sich in Asten, Griechenland, Gallien und Spanien in dem Schlamm der Flüsse an der O er- fläche der Erde fand, während das Silber fich in der Tiefe verbarg und nur mit Hülfe von Maschinen und der Chemie gewonnen wurde. Dessenungeachtet kam die Ausbeute deS Silbers der des GoldeS bald gleich und wurde daS Gold sogar vom Silber übertroffen. Vom 15. bis zum 16. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung wie in China und Japan noch zu Ende des vorigen Jahrhunderts war die Stellung des Silbers zu der des GoldeS wie 6 oder 8: 1. Zu Zeiten Xenophons, 850 v. Chr., war ihr Verhältniß in Griechenland wie 10 : 1 und wurde ebenso in dem Traktate RomS mit Aetoltsn, 100 Jahre später, angenommen. In den Verhältnissen beider Metalle entstanden durch Eroberungen und Kriegssteuern, welche dem besiegten Volke auferlegt wurden, Schwankungen. Alexander überschwemmte Griechenland mit den Schätze» des Orients. Die Einnahme von SyracuS, dessen Schatz in großen Silbermassen bestand, setzte im römischen Reiche daS Silber auf 17 : 1 herab, und wenig später war das Verhältniß wie 12 r 1. AlS Cäsar die bedeutenden Goldmassen deSi römischen Schatze» verausgabt hatte, stieg daS Silber auf 9 : 1. Unter den römischen Kaisern wandte man fich den Silberminen mit großem Eifer zu und unter Theodosius dem Jüngeren hatte ihre Ausbeute schon eine Herabsetzung von 18 : 1 bewirkt. Zur Zeit deS Verfalls des Römerreichs war ihre Stellung gleich der heutigen, wurde aber bald durch die Einwanderung der Barbaren geân ^rt. Diese wandten fich dem Goldwäschen zu und die Ausbeute, verbunden mit der Seltenheit des gemünzten GoldeS und der Vernachlässigung der Silberminen, erhob da» Silber im Verhältniß zum Golde wie 12 : 11 Die Eröffnung der Minen von Peru führte eine ähnliche Veränderung herbei , indem die Werthe der edlen Metalle sich wie u ^e gegenwärtige Steigerung der Goldproduktion ging im Anfänge
des 18. Jahrhunderts von Rußland au». Seine Minen im Ural gaben jährlich 5000 Kilogr, welche zwischen der Krone und den Privatunternehmern getheilt waren. Die Goldlager des Altai sind viel reicher. Ihr Betrieb, im Jahre 1828 begonnen, lieferte zuerst nur 1722 Kilogr., aber dann stieg der Ertrag und erreichte im Jahre 1847 fchoy