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Intelligenz-Blatt

der freien MM âankMrt. â

(Expeditions-Comptoir am hl. Teistpförtchen M 214 s).

M 133. Dienstag, den 6. Juni 1854.

NebLIbLLâ der WreigRiM im Gebiete der politischen URh MStsVieLleK ZUtLeeffeN.

FrankfKLt, den 6 Juni. Die Unterzeichnung des letzten Wiener Protokolles ist ein Ereigniß von weittragender Bedeutung. Zwar ist der Wortlaut deS Protokolles noch nicht bekannt, aber die Berufung auf die früheren Wiener Protokolle geben den Beweis, daß die vier Mächte in keiner Weise die Grundsätze ihrer Politik gegen Rußland geändert haben. Diese stellen die Integrität der Pforte an ihre Spitze, verlangen die Räumung der Donausürstenthümer und bezwecken Verabredungen über die zu ergreifen# den Mittel, um der Türkei die Grundlagen einer gesicherten Existenz zu verschaffe». ES herrscht also zwischen den vier Großmächten ein prinzipielles Einverständntß, welches in keiner Weise dadurch verändert wird, daß zwei derselben sich im Kriegszustände gegen Rußland befinden, denn derselbe ist nichts weiter als eine Unterstützung der Pforte gegen die Angriffe RußlanN, welche durch die einstimmige Erklärung der vier Mächte als rechtswidrig bezeichnet worden sind. Wir haben bei der Beurtheilung der politischen Verhältnisse natürlich nur auf daS zunächst liegende Ziel zu sehen und wollten wir uns in Erwägungen einlassen, waS Frankreich und England auch noch nach der Erreichung der im Wiener Protokolle ausgesprochenen Forderungen für Pläne verfolgten, inwiefern dieselben auf die Schwächung und Demüthigung Rußlands hinausgingen, so würden wir für unsere Beurtheilung den sicheren Boden verlieren und aufs Geradewohl hin Dinge in Erwägung ziehen, die augenblicklich außer aller Berechnung liegen. Es ist daher sehr übereilt, daß man von gewisser Seite das prinzipielle Einverständntß der vier Mächte in Frage stellt und dasselbe als eine Phrase bezeichnet, außerdem aber auch die Prophezeiung macht, daß die deutschen Mächte sich sofort gegen England und Frankreich erklären wür­den, falls diese auf die befürchtete Demüthigung Rußlands hinarbeiteten. Der Begriff der Demüthigung ist in politischen Dingen ein sehr schwankender und wir sollten glauben, daß schon die Räumung der Donaufürstenthümer von den russischen Streitkräften, ferner die Verzichtleistung auf das von der Pforte geforderte Zugeständniß eines russischen Pro­tektorates über die griechischen Unterthanen derselben, die freie Beschiffung des schwarzen MeereS durch Kriegsschiffe aller Nationen und AehnlicheS der Art schon allein eine Po­litik, welche die ernsten Vorstellungen befreundeter Staaten bisher nicht achtete, demüthigt. Dre jetzt bekannt gewordene Erklärung Oesterreichs und Preußens hier am Bunde spricht sich überdieß mit großer Klarheit über die Bedeutung der freien Schifffahrt auf der Donau, dieser Lebensader Deutschlands, und dem schwarzen Meere aus, und wir finden endlich die Anerkennung, daß es ein allgemeines deutsches Anliegen sey, die Frei­heit des DonauhandelS möglichst gesichert und die naturgemäße Belebung der Verkehrs«