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der freien Stadt Frankfurt. /

(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpförtchm M 214 $).

â 129. Donnerstag , den 1. Juni 1854.

Abonnementspreis für'S halbe Jahr fl. 2.30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags« EinrückungSgebühren: 6fr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

UebsrblLÄ der Greignifse im Gebiete der im& Materiellen Jutereisen.

Frankfurt, den 1. Juni. Von einem in politischen Formen ausgeprägten sichtbaren Parteileben kann in Frankreich, so lange die gegenwärtige Verfassung in ihrer Kraft besteht, nicht die Rede seyn. ES fehlt dazu auch an den nöthigen Organen, einer freien TageSpresse, deren Abwesenheit in einem so centralisirten Staate wie Frankreich nicht durch lokale Bewegungen, wie in den englischen Meetings, bis auf einen gewissen Grad ersetzt werden kann. Die republikanische Tendenz des „Siecke" zeigt sich nur in der Opposition gegen die legitimistischen und theokratischen Ideen, die von der „Union" und der „Gazette de France" und dem „UniverS religieur" vertreten werden. Da Napoleon III. der Form nach das Prinzip der Volks so uverânetät anerkannt, so hat daS „Siecke" Gelegenheit genug, seine Meinung in dieser Beziehung zu äußern, ohne bei der Regierung Anstoß zu geben und sich Verfolgungen auszusetzen. Min Republi- kaniSmuS ist außerdem ein sehr indirekter, indem er mehr in Anspielungen auf M Ber- gangenheit, in Erinnerungen an die erste Revolution besteht, als daß er sich mit der Gegenwart zu thun macht. Sowie einst der „Rational", ungeachtet seiner- Opposition gegen die Julimonarchie, diese der Restauration vorzog, weil letztere sich auf ein über und vor der Revolution stehendes Recht stützte, ebenso neigt sich dgS „Siecke", ungeach­tet d« geringen Freiheit, welche das Kaiserreich gewährt, mehr zu den Rapoleoniden als zu den Orleans hin, weil erstere auS der Republik und dem allgemeinen Stimmrecht hervorgegangen sind. Dieses Blatt ist übrigens unter dem kleineren Bürgerstande sehr verbreitet, dem andere freisinnige Blätter, wie z. B. die „DedatS" zu ideologisch, d. b. zu fein gedacht und zu gut geschrieben find. — Die „Presse" ist ein mehr demokratisches als republikanisches und mehr mit Veränderungen im Wesen als in den Formen deS Volkslebens beschäftigt. Sein Redakteur, Emil de Girarvin, hegt keine Vorliebe für den Kaiser, aber wohl für den Prinzen Napoleon, der sich zwar in der Rolle eines muth- maßlichkn Thronerben gefällt, jedoch, auS Rücksicht für die Zukunft, nicht vollkommen mit der Demokratie brechen will. Girardin gilt in den Augen vieler Leute für das künf­tige Faktotum des „jüngeren Zweiges der Napoleoniden«, was noch mehr als manches Andere für eine Illusion gelten kann. — Das alte vielgeprüfte „Journal des DebatS", dessen Gründer und erster Redakteur, der erst vor wenigen Jahren starb» unter dem Direktorium, aber am meisten von Napoleon verfolgt wurde, und dem auch