Intelligenz- Blatt
der freien MM Frankfurt.
(Expèditwnè-Comptorr am hl. Geistpförtchen M 214;)- I
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M 125. Samstag, dm 27. Mai 1854. ^^
UeberblLck Vee ErsigWiffe im GehLete dss pEMsMÄ «^ MaLeâeRsW ZULKeeffsK.
Frankfurt, de« 27. Mai. Wir wollen unseren heutigen Urderblick dazu anwenden, unseren Lesern etwas über die türkische Armee mitzuthetten. Da diese Ueber- blicke der TageSgeschichte zur Folie dienen, so glauben wir diesen interessanten Gegenstand in diesen Blättern berühren zu müssen. Die türkischen Truvpen find weder in Brigaden noch in Divisionen organifirt. Die Generäle werden an diesen oder jenen Ort geschickt, um das Kommando über die dort befindlichen Corps zu übernehmen, ohne daß sie das über die nämlichen Regimenter auf die Dauer behalten. Nichts iß fest in dicker Hinsicht. Die Generalstäbs sind eine unbekannte Sache in der türküchen Armee. Der Generalissimus Omer Pascha benutzt zur Expedition seiner Correspondenz eine Anzahl Schreiber, etwa 30, die unter 3 Haupt-Secretären stehen, und diese arbeite« direct mit ihm. Die anderen Generäle machen eS ähnlich, um die Instructionen und geschriebenen Befehle zu erpediren. Die GeneralstabS-Offiziere, deren Zahl nicht brgrSuzt ist. werden zu verschiedenen Verrichtungen gebraucht. Es besteht kein CorvS wie daS der Intendantur oder daS der BerwaltungSbeamten. Ein absetzbarer Civilbeamter, Huschteschar-- Bey genannt, vereinigt daS Amt als General»Intendant und als Schatzmeister. Er ist ■ eS, der unter der Leitung des Generalissimus mit der Sorge für alle Bedürfnisse der Armee beauftragt ist. Er gibt dazu im Namen des Generalissimus den Commandanten der Provinzen Instructionen, und diese sind ferner gehalten, auch den Forderungen der Befehlshaber von ArmeecorpS zu willfahren. Diese Districtcommandanten sind es, die in der Wirklichkeit für die Berproviantirung der Armee sorgen, Magazine anlegen müssen u. s. w. Sie geben den un*er ihrer Verwaltung stehenden Bevölkerungen ihre Befehle und finden vollkommenen Gehorsam. Die Lebensmittel sind bis zu diesem Tage sehr pünktlich bezahlt worden. Der Sold ist für alle Waffengattungen gleich; er wird sur den Soldaten wie für den Offizier monatlich ausbezahlt. DaS Lager-Material in der türkischen Armee ist sehr eomfortabel. Die Zelte find gefüttert und wasserdicht; sie find kegelförmig, wie die marokkanischen, mit einer einzigen Hauptstangs und 20 PikcèS. um sie festzuhalten. Sre sind für 16 bis 20 Mann bestimmt. Jeder Soldat hat außer, dem einen kleinen Teppich, der die bei den Franzosen in Afrika gebräuchliche halbe Bett- decke vertritt. Sodann haben sie auch für je drei Mann noch eine Matte. Die Regimenter fuhren diese ungeheuere Bagage in den Fuhrwerken vom Lande selbst mit sich. Die Lager find mit Ordnung und Symetrie eingerichtet. Man erkennt das Bestreben, me Regeln der französischen Castramation nachzuahmen. Die Transporte werden mittelst pequirirter Pferde und Wagen bewerkstelligt. Für. den bevorstehenden Feldzug haben die