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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt âankstrt.

(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 2140,

M 120. Samstag, dm 20. Mai 1854.

UeberblLS der Grergniffe im WeSLete der PoLLLZsche«

und MatexieReR JnteeeffsK.

Nur ruhig werden — Alles wird dann

klarer erscheinen. Byron.

Frankfurt, den 20. Mai. Alle Nachrichten aus Berlin stimmen darin überein» daß die Wogen der Aufregung über die Entlassung des Herrn v. Bonin sich zu glätten beginnen und daß die Besorgniß, jenes Ereigniß bezeichne einen Wendepunkt der preu­ßischen Politik, bereits einer ruhigeren Erwägung der Sachlage Platz macht. Der Sa­genkreis, welchen die Phantasie des Publikums in wenigen Tagen um den Mittelpunkt jenes Ereignisses gebildet hatte, hat nicht wenig zu der ersten Ausregung beigetragen. Sowie man letzt weiß, daß der Prinz von Preußen keineswegs seine Aemter niedergelegt, sondern mit der Reise nach Baden-Baden nur eine bereits früher gehegte Absicht aus» luhrt, — ebenso gewohnt man sich an den Gedanken, daß andere Gründe als jene Rede allein den Rücktritt des Kriegsministers herbeigeführt; übrigens sind auch die wärmsten Anhänger des Herrn v. Bonin, deren er mit Recht viele zählt, weit entfernt, den ae- brauchten Ausdruck sehr parlamentarisch und taktvoll zu finden. Herr v. Bonin ist übrigens aus seiner Stellung als Kriegsminister in allen Gnaden entlassen worden; Be­weis hierfür ist das huldvolle Schreiben Seiner Majestät mit Uebersendung der Mar- Ebüste Allerhöchstdesselben an Herrn v. Bonin, sowie Ueberlafsang des königlichen Schlosses Schönhausen zum Sommeraufenthalt für die Familie des letzteren, der sich zunächst nach- Neiße. und sodann auf einen ihm bewilligten viermonatlichen Urlaub be- r t r B-zeichnendfur die in Berlin gegenwärtig herrschende Anschauung ist ein kürzlich in der „Zett erschienener Artikel.dessen Hauptstellen wir aus diesem Grunde hier mit* Allen wollen: „Wir sind nicht naher unterrichtet über die Gründe deS Ausscheidens des Herrn Kriegsministers; daß dasselbe auf veränderte Entschlüsse in Betreff der von Preußen ernzuhaltenden politischen Stellung zurückzuführen sey, ziehen wir auf daS Bestimmteste in Zweifel. Nachdem Preußen das Protokoll vom 9. April in Wien unterzeichnet, nach-

eS u e Konvention m" Oesterreich abgeschlossen hat und nachdem (am 9. Mai) di^e Convention den deutschen Bundesstaaten zur Kenntnißnahme und zum Beitritt mitge* theilt worben ist.halten w^die Grundlage der preußischen Politik für so klar und > fest hingestellt, daß eine Wendung in derselben, ohne den Eintritt ganz außerordentlicher

unvorhergesehener Umstände nicht für möglich zu halten ist.« Eine wertere Bürg- gute. Wernehmen mit Oesterx eich liegt in der Sendung des Grafen v. AlvenSleben nach Wien, um die einzelnen Bestimmungen zur Ausführung des Ber-