Intelligenz-Blatt der freien MM fWMt ^^^
(Ep-editionS-Eomptoir am hl. Teistpförtchm M 214?)- |
M 118, DyMerstag- dm 18. Mai 1854,
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Kornkammern soll man stets rermehrs», Kornkammern soll man nie zerstören! Im Kriege wie im tiefsten Frieden Sey ihnen Schonung stets beschieden!
, Müller.
Frankfurt- den 18. Mai. Die russische Handelsstadt Odessa am schwarze» Meere, deren Schicksal jeyè allgemeine Theilnahme erregt, bietet, ähnlich der Riesenschöpfung PeterS am finnischen Meerbusen und den großen Städten Nordamerika'«, ein Beispiel raschen Busblühens und Wachsthums. Noch im Jahre 1788 lag an der Stelle deS heutigen Odessa'S nichts als daS kleine von den Türken zum Schutze ihres HandelS erbaute Schloß Jenibunja, d. h. neue Welt. Dieses ward am 14. September 1789 dort dem russischen Feldherrn Don Josef de Ribas, einem geborenen Spanier, im Sturm erobert und zerstört Aus der Brandstätte legte im folgenden Jahre Suwarow den Grundstein zu einem Fort, Chadjibei genannt. Als nach dem Frieden zu Oczakow, 1794, der erwähnte de Rivas zum Gouverneur dieses Ortes ernannt war und dieser die Lage desselben und die Sicherheit des Hafens der Kaiserin Katharina II. als sehr günstig schilderte. befahl diese, die nöthigen Anstalten zur Gründung einer Stadt mit einem Kriegs- und Handelshafen zu treffen. Am 22. August 1794 legte Gabriel, der Metropolit von Rußland, den Grundstein, und rasch schritt hierauf das Werk fort. Einige gelehrte AlterthumSforscher stellten die Ansicht auf, an dieser Stelle habe einst die von den Milesiern gegründete Kolonie Odessos oder Odessopolis gelegen, daher die Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg die neue Stadt Odessa nannte, was ein kaiserlicher: UkaS bestätigte. Indeß ist ziemlich ausgemacht, daß jene Eolonie mehr südlich da lag,' wo jetzt die bulgarische Festung Barna liegt, Der Erfolg entsprach den Erwartungen. Die für den Handel so günstige Lage lockte Colonisten aus allen Gegenden, besonders Griechen und Albanesen herbei und 98 tschernomorische Kosackenfamilien erbauten die Vorstadt Peressip. Als daher im Jahre 1794 de RibaS abberufen ward, zählte Odeff« schon 5000 Einwohner und im Jahre 1803 9000 In diesem Jahre ward der Herzog, von Richelieu, ein französischer Emigrant, nun in russischen Diensten, zum Gouverneur Odessa'S eingesetzt. Unter der Verwaltung dieses ausgezeichneten Mannes blühte Odessa: so rasch empor, daß man ihn als den wahren Begründer von Odessa'S Wohlstand an- sieht Gelbst von dem Unglück, welches die Stadt im Jahre 1812 betraf, indem die West binnen 5 Monaten über 3000 Menschen wegraffte, erholte sie sich unter seiner rastlosen