fenti dürfte, eine Armee von der angegebenen Stärke zu handhaben. Lord Raglan ist ein in Jahren schon weit vorgerückter Veteran, und derartige Männer pflegen im Felde sich nur selten über das Niveau der Mittelmäßigkeit zu erheben. Außerdem ist er dem Marschall untergeordnet.
Die Proclamation des General Ltprandi, welche den Unterthanen der Pforte, die der Herstellung der Herrschaft derselben in der kleinen Walachei Vorschub leisten, kriegsrechtliche Verfolgung androht, ist ein weiterer Beweis, daß Rußland fein Verhältniß zu den Christen in der Türkei bereits als das einer vollständig anerkannten und legitimen Souveränetät auf- saßt. Das conziliatorische Auftreten der türkischen Behörden in der kleinen Walachei steht damit im schroffsten Widersprüche.
Das „Journ. de Const." vom 24. April theilt einen sehr ausgedehnten Ferman an Rustem Pascha mit, welcher von diesem überall in der Provinz Adrianopel verkündet werden soll. Derselbe spricht sich in Ausdrücken der strengsten Rüge über die von den Baschi-Bozuk vielfach begangenen Erccffe aus. — Weiter sagt das halbamtliche ^rgan, daß die persönlichen Bestrebungen Fuad Effendis in Epirus und Thessalien den besten Eingang gefunden und Türken und Hellenen an vielen Orten gegen die cingcdrungenen Banden sich zu ihrer eigenen Sicherheit eng verbunden und in Vertheidigungszustand gesetzt haben. Dasselbe theilt eine umfangreiche Proclamation Fuad Effendis an die kaiserlichen Truppen in den aufständischen Provinzen mit, in welchen denselben die größte Schonung und Mensch, lichkcit gegen die Landeseinwohner zur Pflicht gemacht wird, da es sich nur darum handle, sremde Rotten wieder über die Gränze zu werfen. — Die Niederlage des Generalissimus Grivas bei Metzovo wurde hauptsächlich dadurch herbeigeführt, daß die christlichen Einwohner dieses Ortes, sowie der benachbarten Dörfer die Türken gegen die übel hausenden Befreier zu Hülfe riefen und mit denselben bei ihrem Erscheinen sofort gemeinsame Sache machten. Grivas selbst gesteht dieß in einem von der „Augèb. Allgem. Ztg." mitgetheilten Berichte ein.
*** Petersburg. Die Nachricht von der Beschießung Odessa's hat auf den hiesigen Handelsstand einen sehr herabstimmenden Eindruck gemacht. „Das wird so sortgehen, sagt man sich, wenn unsere Seemacht, die doch dazu da ist, Handel und Küsten zu schützen, sich vor dem Feinde versteckt hält. In Versen, Dithyramben, Drohungen u. s. w. wird zwar viel gemacht, desto weniger aber in thatsächlicher Offensive. Laßt sie nur kommen! heißt cs alle Augenblick; wir wollen sie empfangen! Wenn sie nun aber nicht gerade dahin kommen, wohin man sie haben möchte, wird die russische Flotte dann endlich herauskommen? Und wenn sie nicht herauskommt, wirden die anderen gehen? und wenn die anderen nicht gehen, was wird endlich aus Handel, Gewerbe und allgemeiner Wohlfahrt?" So räsonnirt der Stand der Industriellen, während Beamte und Soldaten das große Wort führen und unsere Hofpoetcn sich an Träumen und possirlichen Excentricitäten erlustigen. —• Man erinnert sich, daß Herr Jakowlew, einer der reichsten Kapitalisten, in der Absicht, den durch die Nachlässigkeit der betreffenden Generale und die Untreue des Staatsraths Politowski dem Jnva- lidensonds zugefügten Dcfect im Betrage von mehr als einer Million, zu decken, dem Kaiser eine Million Silberrubel zur Verfügung stellte und dafür zum Kammerherrn und Collegien- rath ernannt und außerdem decorirt wurde. Dieser Millionär hat gegenwärtig zum Kriege abermals eine Schenkung von 500,000 Silberrubel gemacht und ist dafür mit einem Handschreiben des Kaisers beehrt und zum Staaèsrath ernannt worden.
Aller neuestes
O Athen, 1. Mai. Die Aufständischen sind überall geschlagen. Tzavellas ist entflohen, Karaiskakis todt. Gerüchten zufolge soll die Occupation mit fremden Truppen bevorstehen.