bk Fahne Frankreichs hoch halten, wie Ihr es allenthalben gethan. Mißachtet nicht den Feind, den Ihr nun bekämpfen werdet, und folgt stets dem Rathe und dem Bespiel Eurer Führer! Habt die Thaten Eurer, Väter gegen die nämlichen Feinde vor Augen, und Ihr werdet gleiche Siege zu erzählen haben Euren Müttern und Schwestern, wann der Frieden Euch wieder an den heimathlichen Herd zurückgeführt haben wird. Seyd vor Allem eingedenk, daß, sobald, der erste Kanonenschuß abgefeuert worden, cs die Hauptpflicht eines jeden von uns seyn wird, zu siegen oder zu sterben unter dem Rufe „Es lebe der Kaiser."
Eine Mittheilung im „Moniteur" erklärt das Gerücht, daß aus Stockholm den Com- mändanten der Seeplätze Schwedens und Norwegens der Befehl zugekommen sey, zugleich nicht mehr als vier Kriegsschiffe unter der Flagge der kriegführenden Mächte in die Häfen eingutaffen, für »»gegründet; die von dem Minister der auswärtigen Angelegenheiten Schwedens gegebenen Instructionen seyen ganz anderer Ärt und den freundschaftlichen Gesinnungen völlig entsprechend, welche Schweden offen für Frankreich und England kundgebe.
*** Marseille, 29. April. Marschall St. Arnaud, Oberbefehlshaber der Oricni- Armec, ist heute unter dem Donner der Artillerie-Salven und mit einem günstigen Wiiiye von hier abgegangen.
Mit dem Dampsboot „Alexandre" sind neuere Berichte aus Konstantinopel eingetroffen. Ein Theil der franz. Truppen war nach Adrianopel abmarschirt. Die türkische Flotte befand sich im Bosporus. Der Kaiser Nicolaus weigert sich, die Neutralität Persiens anzuerkennen.
*** Zürich In Meilen am Zürichersee wird dem Naturforscher Oken an seinem Lieblingsplätzchcn ein Denkmal gesetzt. Es soll gegen Ende Mai fertig seyn und die Inschrift deS Denksteins, eines Findlings, wie folgt lauten: „Dem großen Naturforscher, welcher der Ruhm der Züricher Hochschule war, dem unabhängigen Manne, Lorenz Oken, geb. 2. August 1779, gest. 11. Aug. 1851 haben an seinem Lieblingsplatze Einwohner von Meilen diese Denktafel errichtet."
*** Belgrad Am 24. räumten die Ruffen in aller Eile die Witäler und Magazine, welche sie in Krajowa hatten. Man erwartete am folgenden Tage in dieser Statt Den General Liprandi und dessen Armeekorps; sie sollten am 27. von dort ihren Rückmar'ch weiter fortsctzcn, Die Türken von Kalafat haben bereits Maglabit, Gunia, Pojana und Pa- lesti besetzt. Man glaubte, daß die Türken am 28. oder 29. in Krajova seyn würden.
*** Lemberg. Der hier erschienene allerh. Amnestie-Erlaß lautet 'also: „Der Kaiser hat befohlen, keine gerichtliche Kriminaluntersuchung gegen irgend Jemand, der sich 1848 des Landesverraths schuldig gemacht oder an dem später, im November desselben Jahres erfolgten Ausstande ih Lemberg beteiligt hat, anzustellen."
*** Bon der polnischen GräiM Bei der ungeheuren Ausdehnung der gegenwärtigen russischen Kriegslinie kann Rußland vorläufig nur noch Reserven aller Wah fcngattungen nach der Donau senden, denn cs weiß noch nicht, welche Punkte von Den combinirten Landungstruppen in Angriff genommen werden könnten, und es muß daher überall an den Küsten mit dem Gewehr im Arm stehen. Erst dann, wenn die Truppen des Hülfscorps aus dem Lager von Gallipoli nach Bulgarien marschiren werden, wird Rußland das sechste Jnfanteriecorps, aber auch dann nur zum Theil, in die europäische Türkei schicken können. Durch den fortwährenden Zuzug von Reserven und Caoalleric hat die russische Armee an der Donau gegenwärtig eine Stärke von mehr als 160,000 Mann erreicht, und noch sind die Truppenmarsche der Recrutcn, Reserven und Depotmannschaften nicht ab- geschloffen.
*»* Odessa, 24. April. Man versichert, daß die seindlichen Schiffe Anstalten treffen, morgen die Feindseligkeiten wieder zu beginnen. — Die britische Flotte hatte Odessaverlaffell, weil die russische Flotte aus Scbastopol offenbar in der Absicht ausgelaufen war/ die vereinigten Flotten zwischen zwei Feuer zu bringen. Als die Flotte des Admirals Dundas der russischen entgegen ging, nahm diese den Kampf nicht an und zog sich nach Scbastopol wieder zurück