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der Türkei als eine untergeordnete Frage, und verhehlen nicht länger, daß ihr gemeinsamer Zweck darauf hinausgeht, Rußland zu schwächen, ihm einen Theil seiner Besitzungen zu ent­reißen und unser Vaterland aus der mächtigen Stellung herabzuziehen, zu welcher es die Hand des Allerhöchsten emporgehoben hatte. Ziemt es dem rechtgläubigen Rußland, vor solchen Drohungen zurückzubeben? Im Begriffe den Uebermuth der Feinde zu Schanden zu machen, wird es von dem heiligen Ziele ablaffen, welches ihm von der göttlichen Vorsehung vorge- zcichnet ist? Nein!! Rußland hat Gott nicht vergessen! Nicht für weltliche Zwecke hat cs die Waffen ergriffen; es kämpft für den christlichen Glauben, für die Vertheidigung seiner durch unversöhnliche Feinde bedrückten Glaubensgenoffen. Möge es daher die ganze Christen­heit wiffen, daß der Gedanke des Beherrschers von Rußland auch die ganze Familie des russi­schen Volkes durchdringt und belebt, dieses rechtgläubigen Volkes, welches Gott und seinem angebornen Sohn unserem Heiland Jesus Christus treu ist. Wir kämpfen für den Glauben und für das Christenthum! Nobiscum Deus — quis contra nos?" — (Gott ist mit uns — wer kann da gegen uns seyn?)

Während der Abwesenheit deS von Berlin wieder hierher zurückgekehrten Obercom­mandanten der Bundestruppen, Grafen Walderfee, hat Oberst Graf MontS vom königl. preußischen 38 Infanterieregiment daS Oberkommando der Bundestruppen geführt.

Heute luden die königl. preußischen Offiziere die neuemgetroffencn f k. österreichischen Offiziere deS Regiments Prinz Albert von Sachsen zum Diner im Würtember Hof. Ueberhaupt herrscht unter sämmtlichen hiesigen BundeStruppen daS freundschaftlichste und kameradschaftlichste Verhältniß.

Wir erwähnten bereits in unserer TageSgeschichte deS neuen Entwurfs zu einem Vereinsgesetze, über welchen der politische Ausschuß in der BundeStagSsitzung vom 27. April Vortrag erstattete und der zur JnstnmionSeinholung gestellt wurde. Wie wir ver­nehmen, so wurde eine JnstructionSeinholungSfrèst von sechs Wochen beschlossen.

1 Die hier in bestem Andenken stehende Gemahlin des früheren k. k. österreichischen BnndeSprästdialgesandten, Gräfin v. Thun-Hohenstein, iß zur Palastdame der jungen Kaiserin von Oesterreich ernannt worden.

Der Gcneralinspccteur der preußischen Artillerie, General-Lieutenant v. Hahn, ist von Mainz hier eingetroffen und hat eine Jnspection der hier stehenden Batterie des 8. Artil­lerie-Regiments vorgenommen. Wie wir hören, wird Ende dieser Woche Se. königl. Hoh. der Prinz von Preußen zur Besichtigung der hier stehenden preuß. Truppen in Frank­furt eintreffen.

Gestern Früh verließen uns die seit einem Jahr hier in Garnison gestandenen zwli Compagnien des kais. österr. Jnf.-Regiments Prinz Albert von Sachsen, wogegen Nachmit­tags zwei andere Compagnien desselben Regiments von Mainz hier einrückten. Aus- und Einmarsch der Truppen waren von den üblichen militärischen Feierlichkeiten begleitet.

Der hiesige katholische Stadtpfarrer, Herr geistl Rath Beda Weber,' hat vonSr. Maj. dem Kaiser von Oesterreich das Ritterkreuz deS Franz-Joseph-Ordenö erhalten.

Unser Mitbürger, der hochverdiente würdige Arzt, Dr. Gömmering, ist von Sr. Durchlaucht dem regierenden Herzog von Coburg zum wirklichen Hosrath ernannt wor­den; eine Ehre, die ihn um so mehr schmückt, als er, wie Alle, die ihn kennen, wobt wiffen, fern ist von dem Streben nach äußeren Ehren.

Der seit einiger Zeit unterbrochene diplomatische Verkehr zwischen dem preußischen und hessen-darmstävtijchen Hofe dürste demnächst wieder angeknüpft werden.

DaS 71. GeburtSfest deS Landgrafen von Hessen wurde in Homburg sehr festlich begangen. Am Vorabend deS Festes wurde im Walde, wo der noch immer rüstige Land­graf vor Kurzem, im 70, Jahre, einen Edelhirsch auS weiter Entfernung schoß, ein Denkstein gesetzt.

ES gibt eben kein traulicheres Plätzchen in und außerhalb der Stadt als wie die so geschmackvvll angelegte Ruhestätte unserer Eltern, d-r durch sorgsame Pflege in einen