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(Vs« 22. April.) Ganz in Kürze wird nun, wie an unterrichteter Stelle verlautet, der betreffende Ausschuß der BuNdesversLAmlung zusammeutreten, am die einge- rauseueu PenstonSgesuche der schkSwig--holsteinischen Offiziere einer besonderen Prüfung zu unterwerfen, nachdem , wie mitgetheilt, der Bundestag den Grundsatz einer Unterstützung im Allgemeinen ausgesprochen hat. Die Zahl der Bittgesuche soll außerordentlich groß seyn, weil unter den Einläufen sich auch solche finden, die »ach der Fassung .deS BundeSbefchlnsseS nicht penfionSber kchttgt find, z. B. Unteroffiziere re. Wie Herr v. Bismark, Vorsitzender deS Ausschusses, so soll auch der bayerische Gesandte, Herr von Schrenk, Mitglied desselben, lebhaftes Interesse an der ganzen Angelegenheit nehmen und sich keine Mühe verdrießen lassen, die einkommenden zahlreichen Gesuche pünktlich zu beantworten,
In den letzten Tagen weilte der Prinz Karl von Dettingen-Wallerstein in unserer Stadt, um im Auftrage einer Anzahl würtembergischer ftandeStzerrltcher Häuser die Be- schwerdesache derselben durch persönliche Besprechungen zu fördern. Er war zugleich lleber- hringer einer staatsrechtlichen Druckschrift über diese Sache, deren Umfang (sie soll allein 48 Beilagen haben) in politischen Kreisen lebhaft besprochen wird.
DaS „Journal de St. Petsrsbourgâ enthält einen Artikel über die vertrauliche Cor- Tespondenz zwischen dem Kaiser von Ruß land und der englischen Regierung, um ersteren gegen den Vorwurf zu rechtferttgen, als habe er ohne Rücksicht auf die anderen Mächte Europas die Engagements wegen Theilung der Pforte mit England allein verabreden wollen. „RichtS" — heißt es in dem beregten Artikel — „war den Gedanken Seiner Majestät mehr fremd als die Idee einer Theilung, und einer durch AnÜctpatiou dewerk- sielligten Theilung." Die Besprechungen, um die es sich handelt, wären in vertraulicher Weise zur Kenntniß der Souveräne von Preußen und Oesterreich gekommen; an Frank- .reich sey eine Mittheilung deßhalb nicht erfolgt , weil dasselbe in jener Zett die Frage wegen der heiligen Orte in Konstantinopel angeregt und dadurch die gegenwärtige Krisis herveigeführi habe. Es dürfe daraus nicht die Folgerung gezogen werden. alö habe der Kaiser überhaupt die Absicht gehabt, Frankreich von einer Verständigung über das eventuelle Schicksal des Orientes auSzuschKeßen, weil eS sich keineswegs sm eine Theilung, nicht einmal um den Abschluß eines Protokolls oder eines Vertrages hierüber gehandelt habe.
Wie wir erfahren, ist zwischen den Cabinettrn von Loudon und Paris ein Schutz, und Trutz-Bündniß abgeschlossen.
DaS wiederholt auftauch ende Gerücht, als habe die Unterzeichnung des neuesten Wiener Protokolls von Seite» Preußens unter gewisses Verwahrungen oder Beschränkungen stattgefunden, sönnen wir, nach zuverlässigen Mittheilungen, als vollkommen unbegründet bezeichnen.
Auf Gcsnd einer von der „Times" mügetheilten Torrespondenz aus Paris hat die Nachricht von einem angeblichen Ultimatum, welches die beiden Seemächte an die königl- preußische Regierung gerichtet haben sollen, hier allgemeine Verbreitung gefunden. ES ist aber. wie man uns mittheilt, an betreffender Stelle in Berlin keine Rote der angegebenen Art eingegsngen Ebe^r wenig trugen, wie uns versichert wird, die mündlichen Mttheilrmgen der Vertreter Englands unb Frankreichs in der jüngsten Zeit eine» Charakter, welcher den Voraussetzungen jenes Gerüchtes einen Anhalt bieten konnte.
Der bekannte Bundesbeschluß wegen gegenseitiger Auslieferung gemeiner Verbrecher ist in Oesterreich nur als für dessen zum deutschen Bunde gehöriges Ländergebiet gültig publèzirt worden. Die daraus entspringende eigenthümliche Erscheinung, daß in einem Theile Oesterreichs gemeine Verbrecher nicht zur Auslieferung kommen, hat, sicherem Vernehmen nach, mehrere deutsche Regierungen veranlaßt, dem österreichischen Cab tuet den Wunsch zu erkennen zu geben, daß der gedachte BuudeSbeschluß auch -aufdie nicht zum Bundesgebiet gehörenden Länder Oesterreichs ausgedehnt werde.