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%* Constanz. Der frühere Redacteur der „Seeblâtter", Jakob Fickler von hier, bisher flüchtig in der Schweiz, will wieder in seine Heimath zurückkommen. Es ist dieß nicht der bekannte Agitator und Revolutionär Joseph Fickler, sondern ein Bruder desselben, der in dessen Abwesenheit seinen Namen als Redacteur hergab. Gegen Jakob Fickler ist auch bisher noch kein Strasurtheil ergangen, wohl aber gegen den Drucker der Seeblätter.

*** Paris. Marschall St. Arnaud ist in Begleitung mehrerer Offiziere seines Ge­neralstabes nach Toulon abgereist, wo er sich sofort nach Konstantinopel einschjffen wird.

V Petersburg. Die russischen Posten am östlichen Ufer des schwarzen Meeres sind aufgehoben und die Garnisonen von dort zurückgezogen worden. Der Zweck dieser Posten war, dem Handel mit Frauen und Kindern, der zwischen den tscherkessischen Gränzvölkern und den Türken getrieben worden ist, ein Ende zu machen. Dieses Ziel sey nun erreicht.

* ** Kopenhagen. Die englische Dampffregatte Amphion, 34 Kanonen, ist bei Dragöe auf den Grund gerathen und alle Versuche, sie flott zu machen, sind bis jetzt erfolglos geblieben.

* ** Gallipoli. In Gallipoli sind bereits 2400 Engländer und die Avantgarde deS franz. Corps unter dem Commando des Capitäns Ercelmans cingetroffen, der auf einem Dampfer nach Konstantinopel sich begab, dort Rücksprache mit dem Gesandten nahm und gleich den Weg nach Varna einschlug. General Bosquet wird mit seinem Stabe sich eben­falls an die Donaulinie begeben.

* ** Bukarest. Bukarest ist fast ganz von russischen Truppen entblößt, da Alles, was noch zu entbehren war, nach der Donau abgegangen ist. Zwischen Giurgevo und Rust- schuk herrscht fortwährend Waffenruhe, doch werden in ersterem Orte Seitens der Ruffen Vorkehrungen getroffen, die keinen Zweifel aufkommen lassen, daß sie gesonnen seyen, auch auf diesem Punkte den Uebergang zu forciren.

Von der unteren Donau (dem von den Türken besetzten Theil), 4. April, wird der „Wiener Medicinjschen Wochenschrift" gemeldet: „Keine Stunde selbst in der Nacht verstreicht, ohne daß neue Verwundete zuwachsen, so anhaltend und so erbittert wird auf allen Punkten unserer Vorposten gegen einander gefochten. Kaum läßt sich irgend ein noch so kleines Piket blicken, so wird (oft unklug genug) Feuer gegeben, und den umkchrenden Feind über alle Linien der Vorsicht verfolgen, ist, wie es scheint, Mode des Tages. Die Tollkühnheit unserer Reiter geht so weit, daß sie mitten in die Vorpostcnkettcn hinciusprengen und in pfeilschnellen Sätzen das sich bäumende Pferd flugs wendend umkchren. Solche Bra- vouren kosten bisweilen doch Mann und Pferd, und dennoch hören sie nicht auf; haben wir doch ein paar europäische Volontärs, die auf Welten derlei eigene „Recognoscirungen" vor­nehmen !

Der „Siebenbürger Bote" vom 10. bestätigt den Tod des Generals Dubiensky und meldet außerdem: „Montag den 3. Avril (22. März), soll es in der Ebene des Tra- janskanales in der Linie Raffova, Csernawoda und Küstendsche zur offenen Fcldschlacht ge­kommen seyn, in welcher anfänglich die Russin geworfen wurden. Mit einbrechender Nacht sollen jedoch beide Parteien ihre früheren Aufstellungspunkte wieder eingenommen haben. — Osficielle Bestätigung ist erst abzuwarten."

Von einer viel genannten Persönlichkeit, Skender Bey, wird dem „Pesther Lloyd" geschrieben, daß er sich seit der Affaire bei Csetate krank gemelvet und unthätig in Widdin befindet, trotz seiner Kränklichkeit jedoch den Freuden einer guten Mahlzeit mit dem obliga­ten Zubehör exquisiter Weine gern und häufig huldiget. Sami Pascha, der Gouverneur von Widdin, ist wirklich krank.

* ** Aus Ungarn. Das 11. Jnfanteriecorps dürfte binnen Kurzem an die türkische Gränze abrücken. Daffelbe steht unter dem Befehl des Feldmarschalllieutenants Grafen Wengcrsky mit den Divisionen der Feldmarschalllieutenants Erzherzog Ernst und Baron Bianchi. — Nach Semlin werden bedeutende Mengen von Zelten geschafft; daher wohl die Errichtung eines Zeltlagers dort bevorsteht.