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Intelligenz-Matt

der steten Stadt Frankstrt.

(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214°).

JE 88, Dienstag, den 11. April 1854.

Abonnementspreis für'ö halbe Jahr fl. 2.30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Ei nr ü ck u n g S g e b ü h ren: 6 kr. für die ganze, 3 fr. für die gespaltene Zeile.

Abonnements auf das in der Auflage von 4W$ Exemplaren in hiesiger Stadt und Umgegend verbreitete Jntelligenzblatt mit dem Amtsblatt werden täglich in der Expedition angenommen.

Inserate aller Art können auf den besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch die geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.

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Wenn Zhr nur offen, deutsch und ehrlich seyd, Was liegt Euch am Geschrei der rohen Menge?

Frankfurt, den 11. April. Ende März haben England und Frankreich an Ruß­land ven Krieg erklärt. Zu derselben Zeit ist der General v. Lindheim in Petersburg, eingetroffen, um den Kaiser Seitens Preußens zu einer friedlichen Verständigung aufzu­fordern. Auf die Kriegserklärung hat derselbe keine Antwort gegeben; auf die Mahnung zum Frieden dagegen hat der Prinz von Mecklenburg die Antwort nach Berlin gebracht. Rußland erklärt seine Anforderungen durch die Seitens der Westmächte herbetgeführte Gleichstellung der Christen in der Türkei für befriedigt und will die Donaufürstenthümer räumen, sobald die Flotten der Westmächte den Bosporus verlassen. Die Preffe hat zum größten Theil diese russische Friedensbotschaft als einen Vorwand betrachtet, die Eröff­nung des Krieges hinzuziehen und als Mittel, um die deutschen Machte von den West­mächten zu trennen. Wenn man aber den Inhalt des Menfchikoff'fchen Ultimatums mit den durch die Westmächte der Türkei gegenüber erlangten Resultaten vergleicht, so wird man sich überzeugen, daß die letzteren die russischen Forderungen bei Wetten» übersteigen. Ist dieß der Fall, so scheint, wenn man den vorliegenden Conflict auf seinen Anfangs­punkt zurückführt, allerdings für Rußland kein zwingender Grund zur Fortsetzung des Krieges vorzuliegen., Es läßt sich daher wohl annehmen, daß der russische Kaiser auf­richtig geneigt sey, auf FriedenSverhandlungen einzugehen. Ob die Westmächte sich noch in der Lage-befinden, die gestellten Anträge anzunehmen, mag allerdings zweifelhaft er­scheinen, da sie durch die einmal aufgeregten Leidenschaften bereits über das ursprünglich festgesetzte Ziel deS Krieges fortgetrieben sind. In diesem Conflict wird eS daher vor Allem die Ausgabe der deutschen Mächte und namentlich Preußens seyn, einen letz­ten Versuch zur Beilegung eines Streites zu machen, der bei feines