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*♦* Hamburg. Privatbriefe aus Schweden melden, daß von Seiten Rußlands in Finnland ungeheure Anstrengungen gemacht werden, um an der Meeresküste Massen von Truppen zu concentriren. Die Infanterie wird mittelst Wagen, welche von den Fuhrwerksbe- sitzern auf dem Lande und in den Städten mit Gewalt genommen werden, transportirt. In Folge eines Ausrufs des Gouverneurs haben sich die Gebirgsbewohner zum Schutze Finnlands bewaffnet. Wo sich nur ein geeigneter Punkt darbot, wird ein Wachtschiff postirt und in verschiedenen Orten sind großartige Berpflegungshäuser errichtet.

„ V Kiel. Die Engländer erweisen den noch immer zu Boot und mit Jachten hinaus­strömenden Besuchern der Flotte das freundlichste Entgegenkommen und zeigen ihnen alle Theile der Schiffe mit großer Bereitwilligkeit.

V Nyborg. Die erste Division von Admiral Napier's Flotte, in 23 Fahr­zeugen aller Art bestehend, und aus der Vingöbucht kommend, legte sich in der Nähe dieser kleinen Festung in zwei Linien vor Anker; auf der einen Seite lagen die Linienschiffe, auf der andern die Fregatten; in der Mitte zwischen beiden bildeten einige Schraubenfregatten eine Art Bindeglied, das zugleich dazu diente, die Manöver zu signalisiren.

*** Korsöer. Napier's Flotte hat sich bei der Insel Moeh vor Anker gelegt.

«% Petersburg. Nach kaufmännischen Berichten, welche aus der hiesigen Börse im Umlauf waren, ist man in Petersburg zunächst mit der Vorbereitung von Zerstörungsmitteln beschäftigt, welche jeden Angriff auf das Bollwerk dieser Hauptstadt, Kronstadt, scheitern machen sollen. Man läßt als Zugang zu denselben nur eine möglichst schmale Straße offen, und verengt das Fahrwasser durch Einsenkung großer Felsblöcke. Es wird in diesen Bc« richten weiter versichert, daß vorher diese Felsblöcke mit großen Oeffnungen versehen werden, welche man mit Pulver anfüllt. Diese Oeffnungen werden hierauf hermetisch geschloffen, jedoch zugleich durch Dräthe mit elektrischen Batterien am Ufer in Verbindung gesetzt, von welchen aus sie in jedem Augenblicke entzündet und so Explosionen hervorgerufen werden kön­nen. Die russische Flotte wird Kronstadt und Sweaborg nicht verlaffen, und man ist dort gewiß, daß der Stand des Eises vor Ende April keine Operationen in jenen Gewässern gestatten wird.

*** Matfchin. Die Russen haben den Zustand der Defensive verlassen und die Do­nau zwischen Braila und Matschin mit 30,000 Mann überschritten. Der Plan, welcher dieser Operation zu Grunde liegt, ist offenbar die Besetzung der Dobrudscha mit der Absicht, die Vertheidigungslinie an der Donau abzukürzen und an der Linie von Czerna- woda nach Küstendsche, längs des Trajanswalles, Posto zu fassen, um von hier aus einer Vorrückung der möglicher Weise in Varna auszuschiffenden anglo-französischen Hülfstruppen die Spitze bieten zu können. Auf dieser Linie steht jedoch vor der Hand noch ein wohlgerü­stetes Corps der Osmanen unter Mustapha Pascha, welcher in Karassu sein Hauptquartier abgeschlagen hat, hier über wenigstens 30,000 Mann verfchgt und außerdem, ohne die Be­satzungen von Jsaktscha, Tultscha, Matschin, Hirsowa und Bazardschik zu rechnen, noch an­sehnliche Truppenkörper vorgeschoben hat, welche dem Feind das Vorrücken mindestens sehr er­schweren dürften.

*** Worr der russischen Gränze. Die hermetische Sperre der russisch-pol­nischen Gränze wird nun bald durch die Macht der Umstände gelüftet werden. Ruß­land braucht die Elite seiner Kosaken und Linientruppen nöthiger als dazu, den Dienst der Gränzaufseher zu verrichten. Schon haben sich die activen Truppen des Gränzcordons ins Innere zurückgezogen und die Halbinvaliden bewachen in geringer Anzahl die Gränze. Das sind tröstliche Aussichten für die Schmuggler. Die russischen Finanzen werden die Folgen davon bald fühlen.

*** KoNstanLinsyei. Die comdinirte Flotte leidet an Kohlenmangel, der sie an nachhaltigen Operationen hindern dürfte.

%* WiddiK. Russischen Berichten zufolge hat am 11. v. M. (a. St.) ein De- taschement deS LrmeecorpS der unteren Donau unter dem Kommando des Generals Oufchakoff den Flußübergang oberhalb Tultscha erzwungen. Ungeachtet eines lebhaften