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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt.

(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpsortchen M 214;).

M 68- Dienstag, den 21. März 1854,

AeöeâZÄ des WeeLgRisss im Gebiete dee poZitLschen «Nh MaterLeWeN ZKtsDMeN»

Sie wollen die Wahrheit, also müssen Sie natürlich auch den ganzen Umfang der That­sachen hören. Dahlmann (4. Sept. 1848).

Frankfurt, den 21. März. „Eine deutsche Antwort auf die orientalische Frage», so heißt der Titel einer soeben in Heidelberg erschienenen Broschüre. Die akademische Verlagsbuchhandlung, welche diese Antwort der Oeffentlichkeit übergeben, hat bereits ben noch nicht einmal erklärten Krieg der Weltmächte gegen Rußland ohne einen Kanonen­schuß beendigt. Rußland liegt zu den Füßen John Bulls und der'Heidelberger Akade­miker vertheilt bereits das Fell des Bären. Finnland fällt an Schweden zurück, ein neues Polenreich wird aus dem russischen und österreichischen Polen gebildet, während Posen der preußischen Krone großmüthig gelassen wird. Dafür enthält aber daS neu entstandene Polenreich zur Entschädigung einen Theil der deutschen Ostseeprovinzerr Rußlands. In Betreff der übrigen Länder behält sich der Akademiker die weitere Ent­schließung vor. Diese Broschüre gibt ein redendes Zeugniß von der fieberhaften Hitze, welche bereits einrn Theil deS deutschen Publikums ergriffen hat. Natürlich fehlt es da­bei nicht an den heftigsten Vorwürfen, welche Oesterreich und Preußen wegen ihres an­geblichen VerratheS an der deutschen Sache gemacht werden. Wenn man dem Verfasser glauben wollte, so liegt an ihnen allein die Schuld, daß die europäische Lösung noch nicht erfolgt ist. Freilich steht diesen Vorwürfen nur ein Umstand entgegen, den die Pro- sefsorenweisheit des Heidelberger Akademikers übersehen hat. Bis auf den heutigen Tag nämlich sind die russischen Häfen noch nicht einmal vom Eise frei, und ein erfolgreicher Seeangriff ist vor Mitte Mai fast unmöglich. Wenn auch derartige Uebertreibungen eben ihres Uebermaßes wegen keine Einwirkung auf die öffentliche Meinung auszuüben im Stande sind, so muß es doch die Presse für ihre Pflicht halten, von dergleichen Extra­vaganzen wenigstens Act zu nehmen und das um so mehr in einem Augenblick, in wel­chem die evglische Presse mit den heftigsten und leidenschaftlichsten Invektiven gegen Deutschland zu Felde zieht, um die deutschen Staaten durch Drohungen zu zwingen, itt dem Feldzuge gegen Rußland die Avantgarde für John Bull zu bilden. Bei aller Aner­kennung der natürlichen Verbindung, in welcher Deutschland in dieser Frage mit Eng­land steht, können wir uns doch auf keine Weise das Recht schmälern lassen, die zu fas­sende Entscheidung über die Art und Weise einer activen Betheiligung vom beuifSen und nicht vom englischen Gesichtspunkt aufzufassen. Der Hauptgrund, warum die „Times" so sehr auf das Bündiiiß mit Deutschland dringt, scheint unzweifelhaft in dem Bewußt-