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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt.

(ErpeditionS-Comptoir am hl. Geistpförtchen M 214:).

W 66, Samstag, dm 18. März 1854.

Ueberblick der Geergsrijse im WebLeLe der poUtLschsN rmd materiellen Interessen»

Die Wabrheit. Die ganze Wahrh it und nicht« als die Wahrheit!

Krankfnrt, den 18 März. Ein Theil der deutschen Presse befindet ficB in einer Aufregung und theilt diese auch der Bevölkerung mit, als ob Preußen bereit» einen Vertrag zur Unterstützung der Prâtenfioncn Rußlands abgeschlossen hätte. ab» «auch nicht der geringste Vorgang bekannt geworden, welcher diese Besorgnis; recht­

en könnte. Ein „Systemw echsel" ist eingetreten! ruft die Presse von vielen Seiten, und doch wird der mit den Verhältnissen Vertraute auch nicht die Spur zu einem Anknüpfungspunkte für diese Anschauung aufzufinden vermögen. Ja, es ist auLfaSend- daß derjenige Theil der Presse, welcher biSher mit Eifer die Neutralität ^!)ènt sch­lau dS in dem orientalischen Conflicte zur Aufrechthaltung des Friedens in ^tteleurops und zur lokalen Begrenzung des Krieges als eine „Rothwendigk-it^chstâ, ge­genwärtig davon nichts mehr wissen, sondern für Deutschland die ac>'vc Betheiligung Preußens am Kampfe gegen Rußland verlangt Es ist also Leitte Steigerung in der Forderung der Presse eingetreten, sie will sich nicht-mehr mit der Neutralität Preußens begnügen und weil ihre Erwartungen nicht in.Erfüllung gehen, glaubt sie die Gründe für diese Selbsttäuschung in einer Umkehr der preußischen Politik zu finden. Daß bei der Beurtheilung der Sachlage der lange zurückgehaltene Groll gegen Ruß­land stch Luft macht, ist sehr erklärlich, denn Niemand wird behaupten wollen, die rus­sische Politik gegen Preußen dürfe Ansprüche auf eine Dankbarkeit machen und selbst die „R. Pr. Ztg." wird, sobald ihr Fanatismus einer ruhigeren Ueberlcgung Platz gemacht hat, gestehen, daß für ihre politischen Anschauungen gerade die rusßsihe" Herrschaft am allerwenigsten beglückend seyn würde. Wie ungerecht aber die Anklagen gegen Preu­ßens Politik find, lehrt ein Blick auf die Entwickelung der Frage selbst, in welcher die preußische Regierung mit großer Entschiedenheit dem österreichischen Cabinet in der ?s^â?S der freien Selbstbestimmung vorauging. Inder preußischen Politik trat kein Widerspruch zwischen Wort und That zu Tage, während OeRerreich den größten Schwankungen stch zu überlassen kein Bedenken trug. Wer war eS, der zuerst eine Neutralität zu Gunsten Rußlands hier in Frankfurt beim deutschen Bunde durchsetzen wollte, und diesen Plan wegen deS Widcrspruch.es Preußens auf-, geben mußte, als eben Oesterreich? Oesterreich war es, das bei der Adleh-- nung der Präpositionen Orloffs stch auf den Vorgang PrenßèaS berief, welches schon früher die Anträge deS russischen Gesandten in Berlin, von Budberg, mit seiner «nab-