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Vierte Beilage Zn M 65 . Freitag , den 17. März 18542

Die Aufführung von Meyerbeer'S „Stern des Nordens« in der komischen Oper zu Paris, welcher am Montag, 6. März, auf Befehl für den Herzog von Sachsen-Coburg gegeben wurde, war ausgezeichnet. Rach dem zweiten Acte ging der Komponist der „Castlda« auf die Bühne, sprach Herrn Perrin über die Jnscenesctzung seine Anerkennung aus, ließ sich sodann daS darstellende Personal vorstcllcn und sagte jedem der Künstler und Künstlerinnen einige schmeichelnde Worte. Besonders aber äußerte der Herzog sich gegen Meyerbeer lobend über die Schönheit dieser neuen Tonschöpfung. Die Herrea Bataille, Mocker und Hermann-Leon, sowie die MmeS. Duprez und Lefebvre und Mlle. Lemercier zeigten sich im vollsten Glanze.

Unserem thätigen artistischen Director Herrn Mühling, dem die Leitung deS Thea­ters während der Abwesenheit deS Herrn Hoffmann übertragen ist, wurde seitens der Direktion bei Uebernahme seines neuen schwierigen Amtes eine Beneftce zugesagr; der­selbe hat die neu in Scene gesetzte Oper den „Freischütz" gewählt und dazu die am nächsten Montag den 20. d. M. stattfindende Vorstellung dieser herrlichen Oper bestimmt. Frau Anschütz-Capit ai n wird die Agathe und Fräulein Jenny Hoffmann die Annchen singen. Bei so trefflicher Besetzung wird ein volles HauS nicht fehlen.

Nächsten Sonntag werden uns drei zeitgemäße Lustspiele: „die Phrenologen", „die orientalische Frage" (in welchem Stück die von Grobecker in Berlin gespielte Rolls den Händen des Herrn Stotz anvertraut ist) und „die Wiener in Berlin« vorgeführt.

Unser langjähriges Bühnenmitglied Herr Grahn ist nach sechsmonatlicher gefähr­licher Krankheit wieder genesen und seiner Familie so wie der Kunst zurückgegeben. Wir freuen uns, daß dieser geschätzte Schauspieler demnächst wieder die Bretter betritt

Vergangenen Samstag wurde für diesen Winter der letzte Liedertafel-Ball in der Harmonie abgehalten. Auch durch diesen Ball hat sich der gute Ruf, den diese Bälle mit Recht genießen, bewährt, und die allgemeine Zufriedenheit der zahlreichen Gäste wird nicht verfehlen, denselben für die Folge immer mehr zu sichern. DaS Comite, sowie der Wirth der Gesellschaft haben neuerdings den Beweis geliefert, daß sie verstehe», nach allen Seiten hin zu befriedigen, wofür denselben aber auch dis Anerkennung der Bethei­ligten ausgesprochen ist Geschmackvolle Decorationen, das Gesellschaftöwappen in Trans­parent, über einem Bassin mit Springbrunnen paffend angebracht, ausgezeichnetes Or­chester unter Leitung des Herrn Posch, rasche Abwechslung der Tänze, die trotz der Ueber- füllung des Saales ohne die mindeste Unordnung dnrchgesührt wurden, die mannichsal« tigste Garderobe des schönen Geschlechts, der heitere Humor von Alt und Jung, durch die Erzeugnisse.einer guten Küche und Kellers gehörig gesteigert, dieß Alles im besten Einklang, konnte nicht verfehlen, die Gesellschaft bis zur späten Nacht zu befriedigen und zu belustigen. Aber auch in Gesangsleistungen hat uns diese Gesellschaft vor einigen Wochen den Beweis geliefert, daß auch in dieser Beziehung allen Ansprüchen genügt wird, kräftiger Ehorgcsang, Sologesänge, abwechselnde musikalische Deklamationen und humoristische Vorträge haben dem Publikum gezeigt, über was für Kräfte der Verein zu gebieten hat und wie er dieselben anzuwenden versteht und in allem diesem ist keine Er­schütterung durch die Stürme zu erblicken, die diesen Verein in letzter Zeit bedroht und wir freuen uns, dieselben glücklich zurückgeschlagen zu sehen. Jetzt kommt der Frühling und auch diesem wird die Liedertafel in alter Weise huldigen und feiern.

Im „TituS" war dießmal im Triumphzuge des römischen Imperators auch es» TSrke alS überwundener Feind bemerklich, wahrscheinlich als finnige Anspielung auf die orintalische Frage. DaS Feuer im Capitol war so schnell gelöscht, daß Pompter Braunschweig aus der „Krebbel-Zeitung" nicht nöthig war; es war balv aus dem Rothen sehr in'S Weiße übergegangen, wahrscheinlich um das Weißglühendwer-