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Intelligenz Blatt

-er freien Stadt Frankfurt.

(Expeditions-Comptoir am hl. Geistpförtchcn M 214 $).

M 60, Samstag, dm 11. März 1854,

Ucberbliâ de^ Weeigsrifse im Webiets des Politische» smd MaterieUeN INtekeGem. Kenn der schwer Gedrückte klagt: Hülfe, Hoffnung sey versagt, Bleibet heilsam fort und fort Immer noch ein freundlich Wert.

' Göthe.

Frankfurt, den 11. März. (Zur Situation.) Es ist in dem selben entschei­denden Momente der Krise wichtig, die Aeußerungen derjenigen Regierungen über ihre Stellung zur Kriegsfrage zu hören, auf welche jetzt aller Augen gerichtet sind. Wir wenden daher unseren heutigen Ucberblick dazu an, die Ansicht der königl. preußischen Regierung aus dem offiziellen preußischen, die der k. k. österreichischen aus dem ofsi- ziellckl österreichischen Organ mitzutheilen. Dkc Preußische Corrcspondcnz sagt: wSe näher eine entscheidende Krisis in der orientalischen Frage heranrüât, um so mehr dürfen wir uns Glück wünschen, daß Preußen, durch eine eben so loyale als unabhängige Politik, den unmittelbaren Einflüssen eines Kampfes entzogen ist, der, allen Vermittclungsversuchen zum Trotz, an Ernst und Umfang zu wachsen droht. Wer dem Laufe der jüngsten Verhand­lungen mit unbefangenem Blicke gefolgt ist, der wird nickt in Abrede stellen können / daß die preußische Politik (und das sichert ihr alle nationalen Sympathien) eine Selbststän­digkeit bewährt hat, gegen welche das Drängen von Außen machtlos blieb. Allein die preu­ßische Politik — so national sie ist — bietet dem Argwohn des Auslandes keinen Raum, weil sie die Endziele ihres Strebens, Wahrung der deutschen Interessen und des europäischen Gleichgewichts, offen proclamirt und weil sie diese Ziele nicht als getrennte, sondern als innig verbundene auffaßt. Preußen hat seine Stellung zu den streitenden Parteien durch seine Mit­wirkung bei den Wiener Cvnfcrcnzcn klar bezeichnet, und dürfte dieselbe auch über die Dauer der letzteren hinaus festhalten. Es hat, im Vereine mit Oesterreich , den westlichen Mächten die Hand geboten, um durch einen Vergleich eben so sehr den Besitzstand und die Unabhängigkeit der Pforte als die dem christlichen Cultus im ottomanischen Gebiete gebühren­den, Rechte sicher zu stellen. Obwohl nun die Wiener Vereinbarungen ihren Hauptzweck nicht erreichten, so, behalten sic doch die Bedeutung eines Zeugnisses für die Uebereinstimmung der vier westlichen Mächte in ihren Bestrebungen zur Erhaltung des Gleichgewichts und des Friedens in Europa, eine Uebereinstimmung, deren Bedeutung mit jenen erfolglos gebliebenen Versuchen nicht abgeschlossen ist. Allein wie aufrichtig auch das Einverständniß der vier Regierungen über die Grundlagen eines ehrenvollen Compromisses zwischen Rußland und der Pforte war: die Wiener Protokolle enthalten nachts von einer Verpflichtung zur bewaff­neten Einmischung in den orientalischen Streit, sondern lassen jedem der bctheiligten Staate»