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Vierte Beilage zu M 59. Freitag, den 10. März 1854;

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Auf der Sternwarte zu Bilk bei Düsseldorf ist am 1. März schon wieder eine Pla, netenentdeckung erfolgt. Der Planet von Herrn Luther beobachtet hat daS Aussehen eines Sterns lOr Größe und ist nur mit bewaffneten Augen sichtbar. Die Bahn dieses 36ften Planeten unseres Sonnensystems scheint wiederum zwischen den Bahnen deS MarS und Jupiter zu liegen und eine starke Neigung gegen die Erdbahn zu haben.

Der berühmte Naturforscher Cuvier konnte an den Zähnen jedes Thieres nicht nur daS Geschlecht und die Klaffe, in die es gehörte, sondern auch dessen Gewohnheiten und andere Eigenthümlichkeiten erkennen. Einst sah er im Traume den Teufel in der Gestalt, wie ihn das gewöhnliche Volk denkt, erscheinen, auf ihn loSschreiten und drohen ihn zu erschlagen. Mich verschlingen? ries der berühmte Mann im Traume auS, indem er den bösen Feind mit den Augen eines Naturforschers betrachtete, und fuhr dann fort: — Hörner? Huf? — gehört zu den graSfteffenden Thieren; ich brauche mich nicht vor ihm zu fürchten.

Die Münchener GlaSmalereianftalt wird auf die Industrieausstellung daselbst zwei große Bilder schicken, für welche ein eigenes Gebäude von 3000 Quadratschuh mit seit­wärts einfallendem Licht hergestellt wird.

DaS Erdbeben, das in der Nacht deS 11. Februar im Thale von Umbrien verspürt worden, hat vielen Schaden angerichtet. In der Stadt Assisi sind viele Häuser so er­schüttert worden, daß sie nicht länger zu bewohnen sind. DaS große St. FranziSkloster hat sehr gelitten. Zum Glück ist die dortige Kirche, die ein bewunderungswürdiges Denk- mal der christlichen Kunst darstellt, nicht im mindesten davon berührt worden, allein die Kirche und das Kloster, die auf der Straße von Foligno nach Perugia liegen, sind ganz z-rstört worden; vom Kloster stehen nur noch einige Mauern aufrecht und die Kirche ist eingestüzt. Auch die prachtvolle Kirche Santa Maria degli Angeli hat sehr gelitten. Auch zu Bastia hat das Erdbeben großen Schaden gethan. DaS Kloster St. Katharina ist so zugerichtet worden, daß die Mönche es verlassen mußten. Die Einwohnerschaft in Assisi ist in einem so beklagenßwerthen Zustande, daß die päpstliche Regierung energische Maßregeln nehmen muß, um ihr wieder aufzuhelfen. Auch zu Roveldia (Alicante) in Spanien wurde vor einigen Tagen ein starkes Erdbeben empfunden. Die Mauern erhielten Riffe, die Fenster sprangen und selbst Fußgänger auf den Straßen fielen um. Die Er- schütterung war von einem Getäse begleitet.

Am 21. Februar ist die genuesische Eisenbahn, mit dem längsten Tunnel in Europa (durch die Appenninen), feierlichst eröffnet worden.

AuS Rewyork kommt die Nachricht von dem Untergang des „Straffordshire", eiue- schönen Liverpool-Bostoner Parketschiffs, an der nordamertkantschen Küste. Von den 193 Reisenden, meistens Auswanderern, die sich darauf befanden, sind 170 zu Grunde gegangen.

UNaMftrrtsr Stadt-Theater.

Freitag den 10. März: Der Barbier von Sevilla. Komische Oper in 2 Acten.

Samstag den 11. März: Mutter und Sohn. Schauspiel in 5 Acten (in 2 Ab- thxilungen), mit freier Benutzung des Bremer'schen RomanS: „Die Nachbarn" von Cbar, !°lte Birch Pfeiffer. Franziska: Fräulein Brandt, vom Stadttheater zu Zürich.

Sonntag den 12. März: (Neu einstudirt) Des Teufels Antheil. Komische Oper in 3 Acten, nach Scribe von Gollmick. Mustk von Ander. W