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(ErpedtttonS, Comptoir am hl. GeistpförtchenA 214 t). Ä W^^W^ j
Jg 58. Donnerstag , den 9. März 1854, ^^3^
Ueberblèâ der Greigmfse im Gebiete der politischen und Materiellen Interessen.
War aber ist Deine Pflicht? — Die Forderung j des Tages. Göthe.
Frankfurt, den 9. März. (Zur Situation ) Hat schon die bekannte Rede ElarendonS zu mannigfachen Mißverständnissen bezüglich eines Anschlusses Oesterreichs an die West machte Anlaß gegeben, so werden dieselben durch die französische Thronrede vom 2. März insofern« gesteigert, als die Worte des Kaisers Napoleon: „Wir gehen mit Deutschland nach Konstantinopel" auf einen bereits erfolgten Anschluß unserer beiden Großmächte hinzudeuten scheinen. AuS guter Quelle ist jedoch die Berstcherung zu geben, daß ein solcher Anschluß selbst von Seiten Oesterreichs noch nicht erfolgt ist. 'Der aufmerksame Leser der Thronrede kann dieß schon aus dem Passus erkennen r „Oesterreich zumal wird unserer Allianz beitreten * Dieses „zumal" firirt zugleich in richtiger Weise die Stellung Preußens selbst für den Fall, daß der Anschluß Oesterreichs an die Westmächte erfolgen wird. Daß Frankreich und England, nach deS Kaisers Worten, durch energischen Krieg den Weltfrieden sicher stellen wollen, können wir im Hinblick auf Zweck und Motiv nur billigen, im Uebrigen aber ist nur zu wiederholen, daß sowohl die Aussprüche Lord Clarendons als des Kaisers Napoleon, soweit sie die Stellung Deutschlands betreffen, mehr auf der Basis von Wünschen und Hoffnungen als auf der allein zuverlässigen von Thatsachen beruhen, welche einen Anschluß Deutschlands oder doch wenigstens Oesterreichs an den Westen außer Zweifel stellen. Auch heute noch bleibt Preußen eine freie Entschließung vorbehalten; seine Stellung ist übrigens von einer Billigung der Schritte Rußlands weit entfernt. So liegen die Verhältnisse für den Augenblick; was die Zukunft bringen wird, darüber maßen wir uns jetzt noch kein Urtheil an. Hat Preußen einen bindenden Neutralitätsvertrag mit Rußland abgelehnt, so erhält es sich für jetzt von einem solchen auch nach dem Westen hin frei, in gerechter Würdigung bet hohen Aufgabe, den Frieden nicht allein für sich, sondern für daö deutsche Vaterland bewahren zu müssen. In Bezug auf diese Anschauung besteht zwischen Preußen und Oesterreich vollkommene Klarheit und Einigung. WaS nun die reservirte Haltung Preußens anbetrifft, so macht sich immer mehr die Ueberzeugung geltend, daß dieselbe dem wohlverstandenen Interesse Deutschlands und Oesterreichs am meisten entspreche und nur dazu dienen tonne, die nationale Selbstständigkeit für die Entscheidung dieser Angelegenheit zu sichern. Die von Frankreich und England der Pforte vorgelegte Convention in Bezug der Schlichtung des orientalischen Streites ist vom Sultan bereits