ausgegraben und -- lebt noch! DaS scheußliche Vergehen gegen das unschuldige wehrlose Thier ist der Behörde von der Nachbarschaft angezeigt, die hoffentlich dießmal ein Erempel statuiren und strenge strafen wird. Es ist Pflicht der Presse aber, solche Frevel zu rügen. □
KunK-- Literatur » rmd Theater-RoLLzerr.
Mosenthal's fünfaktiges Schauspiel: „Der Sonnwendhof", ist im k. k. Hofburgtheater zu Wien am 17. Febr. zum ersten Male gegeben worden. Die Freunde hatten die Erwartung hoch gespannt; auch war die Aufnahme beifällig, doch das Herausrusen des Verfassers will in jetziger Zeit nicht viel sagen. Wie in der „Deborah", so ist auch im „Sonnwendhof" die Schilderung des Volkslebens die Hauptsache. Das neue Stücklist eine Dorfgeschichte, gut erfunden, mit Ausnahme des zu langathmigen zweiten Aktes und des überstürzten Schlusses.
In der Franck'schen BerlagShandlung in Stuttgart wird demnächst eine deutsche Uebersetzung deS Briefwechsels des Kaisers Napoleon mit feinem Bruder, dem Könige Joseph von Neapel, erschienen. Die historische Bedeutsamkeit dieser Correspondenz und daS große Interesse, welche ste in allen gebildeten Kreisen findet, lassen unS die genannte Uebersetzung als eine sehr willkommene begrüßen.
Dr. JuliuS Frauenstädt hat eine Reihe von Briesen über die Schopenhauer'sche Philosophie bei Brockhaus in Leipzig herausgegeben. Sie gewähren einen Ueberblick dieses scharffinnigen philosophischen Systems, deren Grundgedanken sie mit des Verfassers eigenen Worten wieder geben. Vorher geht ein kurzer Lebensabriß Schopenhauer's, beut die Uebersetzung eines Artikels über dessen Philosophie auS dem „Westminster Review" folgt.
Ein neues Lustspiel: „Die Gefangenen, oder: EineJntrigue am Hofe Ludwig XIV.", welches am 25. Januar in Hamburg zur ersten Aufführung gelangte, hat so entschieden Beifall gehabt-, daß es bereits neun Mal wiederholt wurde. Dieser Erfolg ist um so größer zu nennen, als die ersten Aufführungen mit den vielbesuchten Concerten von Therese Milanollo zusammenfielen. DaS Stück besitzt sehr effektvolle Scenen und Rollen, die für die Darsteller sehr ergiebig und dankbar sind: besonders für das Damenpersonal. DaS genannte vieractige Lustspiel wird demnächst als Manuskript gedruckt an alle Bühnen versendet werden. Die Verfasserin ist eine junge Dame, Fräul. Hedwig Henrich?, welche durch eine frühere Dichtung („Virginia") sich bereits vortheilhaft bekannt gemacht hat.
Die Hoffmann'sche Verlagshandlung in Stuttgart hat den Abonnenten auf daS bekannte „Buch der Welt" als Prämie ein sehr schönes Kunstblatt beigegeben: „die Jungfrau aux Langes*, nach einem Gemälde von Raphael, gestochen von Fr. Wagner. Von dem Jahrgang 1854 des „BucheS der Welt" sind bereits wieder drei Lieferungen auSge- geben, deren Inhalt ein sehr reichhaltiger ist.
Wir haben noch über den letzten Theater-Maskenball zu berichten, der die Reihe unserer CarneoalSvergnügen schloß. Es war ein buntes Gewühl von Schön und Häßlich, von Alt und Jung, von Solidem und Leichtfertigem, wie eS ein Maskenball beding». An Humor fehlte es, wie allen unsern derartigen Vergnügungen. Die Theater- direction y.atte deßhalb durch Cavalcaden auf hölzernen Pferden für Belebung deS trägen hölzernen Humors unserer Frankfurter gesorgt und der Erfolg der mit vielem Geschick operirenden Reiter bewies, daß daö Mittel ein gutes war; eS wurde viel gelacht und so der Zweck erreicht. Die Nachricht, daß geritten werde, hatte Viele angelockt; ja man bemerkte sogar einen bekannten Pser befreund auf dem Balle. AlS er sich aber überzeugt hatte, daß nur Menschen und keine Pferde da seyen, verließ er schnell den Saal. Sonst war das übliche „Ich kenn' Dich ! " — „Ich kenn' Dich net. — „Dumm/OoS, wer kenne Dich!" — stehende Parole. Dem Referenten ward daS Glück zu Theil, da er keine andere Larve als feine tägliche trug, von Allen mit großem