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Erste Beklage zu M 53. Freitag; den 3. März 1854. gaBagaseasjSBaaa^ia^mWi»^^

GvttesdLenstliGe Anzeige.

(Israelitischer Gottesdienst.) Samstag den 4. März: Worabendgottes- dienst um 5*14 Uhr. — Morgengottesdienst - halb 9 Uhr.

__ Herr Rabbiner Stein.

âjiifc^ii^ zu Kaiserswerth

in großer Msth.

Die sieben hiesigen Zweigaustalten unseres Diakonissen-Mutter- hauses mit ihren 390 Personen strecken die Hände um Hülse nach euch auS, ihr lieben Freunde und Wohlthäter der Kranken, Armen, Waisen und Gefallenen.

Die furchtbare Theuerung drücket uns hart. Wir haben wegen des doppelt hohen Prei­ses der Lebensmittel jetzt jede Woche 120 Thlr. für Brodkorn und 40 Thlr. für Kar­toffeln nöthig, dabei jeden Monat 200 Thlr. für Fleisch, 640 Scheffel Kohlen rc.

Ein Drittel unserer 120 Kranken aus allen Consesstouen pflegen wir ganz unent­geltlich und für die übrigen erhalten wir ein so geringes Pflegegeld , daß sie unS daS Doppelte, ja manche daS Dreifache kosten Eben so ist's mit unfern 26 Waisen und unsern 14 Asy Is pfleg hingen, für deren viele wir nicht die geringste Vergütung er­halten. Das Lehrer innen-Seminar kostet unS auch noch vielen Zuschuß, weil daS Kostgeld der 44 Seminaristinnen bei weitem nicht reicht. Zu den Baukosten für daS Feierabend-Haus und die Vergrößerung des Hospitals, welches zum Theil schon unter Dach ist, sind, außer dem Gnadengeschenke Sr. Majestät deS Königs, noch über 10600 Thlr. beizubringen. Jede Woche nehmen die Bauleute unsere Kasse mit 100 bi» 150 Thlr. in Anspruch. An den großen Kosten der Unterhaltung, Vorbildung, Aus­rüstung und Aussendung unserer Pflege- unb Lehrschwestern, deren wir jetzt 205 zählen, worunter 77 Probeschwestern, ist auch nichts zu sparen. Denn daS ist gerade das Eigen­thümliche unfeier Anstalt, daß sie als Mutterhaus eit Centrum unb Sammelpunkt all der weiblichen Sendlinge seyn muß, welche zur Pflege der Kranken und Armen, zur Er­ziehung der Kindlein, zur Aufrichtung der Gefallenen und zur Linderung so vieles andern menschlichen Elendes, im Dienste der Kirche nach allen Seiten hin von uns begehrt werden.

Da haben wir denn die Freude, daß in diesem Augenblick 110 Pflege- und Lehr- Diakonissen auswärts in 34 Kranken-, Armen- und Waisenhäusern, Gemein­den, Schulen und in vielen Familien thätig sind, allermeist in unserm preußischen und dentschen Vaterland, doch auch bis Pittsburg im Westen, und bis Kon- stantinopel, Smyrna und Jerusalem im Osten, sodann noch 190 hier gebildete Lehrerinnen in Kleinkinder- und Elementarschulen, sowie als Bonnen und Gouvernanten.

Und immer neue Arbeiterinnen dürfen wir vorbildeu für daS große Ackerfeld unser» Gottes, das weiß ist zur Ernte.

Nun bitten wir euch, ihr lieben Menschenfreunde alle, denen noch etwas mitzutheileu vergönnt ist, ob ihr in dieser außerordentlichen Noth uns nicht eine außerordentliche Gabe wollet zufließen lassen. Wir bitten mit widerstrebendem Herze». Denn gar viele Freunde gedenken unser schon jährlich in Liebe. Doch der Herr legt unS diese Last auf. Aber er hilft auch- ^» wird er uns auch helfen durch Erhörung unserer Gebet« um reichen Gnaden­lohn für Alle, die auf diesen Hülferus achten.

Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. Kaiserswerth a. Rhein, den 21. December 1853.

D:e Direktion der Diakonissen -Anstalt.

„ . " Fliedner, Pfarrer.

k^e" unter der Rubrik: „Angelegenheiten des rheinisch» westphaltschen Diakoniffen-Bereins" im Preußischen portofrei übersandt werden,