— Die Ausrüstungen der zu dieser neuen Flotte gehörigen Schiffe werden zu Brest und Tyulon mit solcher Thätigkeit betrieben, daß das Geschwader schon im Laufe des nächsten Monates zum Abgänge bereit seyn wird.
Der „Moniteur" theilt folgendes Schreiben mit, welches der Kaiser von dem Prinzen Napoleon erhalten: „Sire! Im Augenblicke, wo der Ausbruch des Krieges bevorsteht, ersuche ich Ew. Maj., mir zu gestalten, an der Expedition, die vorbereitet wird, Theil zu nehmen. Ich suche weder um ein wichtiges Commando, noch um einen Titel, der mich auszeichne, nach. Der Posten, welcher mir am ehrenvollsten scheinen wird, wird der seyn, der mich dem Feinde am meisten in die Nähe bringt. Die Uniform, welche ich so stolz bin zu tragen, legt mir Pflichten auf, deren Erfüllung mich glücklich machen wird, und ich will den hohen Grad, den Ihre Zuneigung und meine Stellung mir gegeben haben, verdienen. Wenn die Nation zu den Waffen greift, wird Ew. Maj., so hoffe ich, finden, daß meine Stelle inmitten der Soldaten ist, und ich ersuche Ew. Maj., mir zu erlauben, daß ich mich denselben anreihe, um das Recht und die Ehre Frankreichs aufrecht zu erhalten. Empfangen Sie, Sire, den Ausdruck aller Gefühle ehrerbietiger Anhänglichkeit Ihres Ihnen ganz ergebenen Cousins. Napoleon."
*** Zürich. Am 10. Febr. hat Herr I. Venedey seine Probevorlesung als Privat- doeent an der hiesigen Universität vor einem für Zürich bedeutenden Publikum in der Aula der Universität gehalten
*** Madrid. Die Sitzungen des Ministerrathes folgen sich fortwährend sehr rasch aufeinander. Ueber die Gegenstände der Berathung verlautet nur so viel, daß sie von großer Wichtigkeit seyen. Es kann indeß versichert werden, daß die Gerüchte, welche abermals mit einer gereiften Beharrlichkeit unter dem Publikum verbreitet werden, als gehe die Regierung mit einem Staatsstreiche zur Umformung der Verfassung um, völlig ungegründet sind.
*** Von der Donau. Die Proklamation der gegen die Pforte im Aufruhr befindlichen Verschworenen von Arta wurde von Monastir nach Bulgarien, wahrscheinlich durch griechische Mönche, eingeschleppt, was der Vermuthung Raum gibt, daß die Verschwörung In der europäischen Türkei weit verzweigt ist, und ein glücklicher Schlag der Russen an der Donau das Signal zu einer allgemeinen Erhebung der anderen Gräco-Slaven seyn dürfte.
V Odessa. Aus Odessa wird der „Triester Zeitung" berichtet, daß es den eifrigen Bemühungen des österr. General-Consuls, Ritter v. Ceschini, gelungen ist, die Befreiung von auf dem türk. Dampfer „Medjar Tidjaret" gefangenen vier österreichischen Matrosen und eines toskanischen Unterthans zu erwirken. Dieselben befinden sich gegenwärtig in Kiew, von wo sie über Odessa nach ihrer Heimath zurückkehren werden. Die'bei derselben Gelegenheit in Gefangenschaft gerathenen zwei engl. Ingenieure sind noch nicht in Freiheit gesetzt und befinden sich nicht in Kiew, sondern in Kaluga bei Moskau. Die Nachrichten von Beschwerden über schlechte Behandlung derselben sind durchaus unbegründet.
%* Bukarest. Der „Krönst. Ztg." schreibt man aus Bukarest, 12. Febr.: „Während die entsetzlichste Kriegsfackel in den Gefilden unserer Heimath wüthet, welche die einst so glücklichen Donaufürstenthümer buchstäblich an den Rand eines furchtbaren Abgrundes gebracht hat, sieht man, wie täglich höchst wichtige Veränderungen vorgenommen werden. Manche Maßregel kommt sehr unerwartet und erregt allgemeines Erstaunen. Von der Einverleibung der walachischen und moldauischen Miliz, von der Errichtung eines freiwilligen Corps kann man absehen; aber zwei andere Dinge sind es, die sich wie der Blitz amHim- mel gefolgt sind und außerordentliches Aufsehen gemacht haben. Das eine ist die Sequestri- rung bet' Güter des Fürstensohnes Gregor Stourdza und das zweite die gänzliche Umgestaltung des hierländigen obersten Gerichts- und Caffationshofes.
V Frankfurt, 28. Febr. Nachrichten aus Madrid zu Folge wird dort seitens der Regierung aufs Strengste gegen die Opposition verfahren, viele Verhaftungen sind vorgenommen, die Presse wird überwacht. Eine neue yustituirende Versammlung ist einberufen. Die Kammern werden aufgelöst.