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Intelligenz-Blatt

(ErpeditionS-Tomptoir am hl. GeistpförtchmA 214°).

M 50. Dienstag, den 28. Februar 1854.

Uehesbliek der Greigmffe im Webèste der pEtifchen «Uv materLeKeN Jmtereffess.

Wie fruchtbar ist der kleinste Kreis, Wenn man ihn wohl zu pflegen weiß. Göthe.

Frankfurt, den 28. Februar. Wir glauben es als ein erfreuliches Zeichen für das Gefunden und Erstarken des deutschen Volksgeistes betrachten zu dürfen, daß der zwischen Preußen und Oldenburg geschloffene Vertrag über die Abtretung oldenburgischer Gebietstheile zur Anlage eines preußischen KriegöhafenS am Ausflüsse der Jahde in der gesammten deutschen Presse, mit kaum nennenswerthen Ausnahmen, eine günstige Beur­theilung erfahren hat Jene alte Mißgunst und Schelsucht, die zu allen Zeiten am meisten dazu beigetragen, die Kraft der deutschen Nation zu lähmen und zu zersplittern, scheint dießmal edleren Gefühlen gewichen zu seyn. . Man begreift eS, daß die kleine, an und für sich kaum beachtenSwerthe Gebietserweiterung, die Preußen gemacht hat, zugleich ein großes Opfer ist, welches eS für das deutsche Gemeinwohl bringt, und die Theilnahme an der gemeinen Sache aller deutschen Staaten und Stämme ist mächtig genug, um jenen kleinlichen Partikularinteressen Stillschweigen zu gebieten, deren Stimme sonst so oft jede andere erstickt hat. Die deutsche Handelsmarine ist ungeachtet der Verhältniß- mäßig wenig günstigen maritimen Lage DemschlandS an Zahl und Tragfähigkeit der Schiffe die dritte der Welt; sie steht in der einen wie in der anderen Hinsicht nur der britischen und der nordamerikanischen nach, ist aber bedeutender als die französische, die nach ihr erst die vierte Stelle einnimmt. Daß eine so großartige Entwickelung der deut­schen Schifffahrt möglich war, während dieselbe jedes Schutzes auch nur durch die ge­ringste bewaffnete Macht zur See entbehrte, ist eine Erscheinung ohne Beispiel in der Geschichte, die zwar in hohem Grade dem Unternehmungsgeiste und der Thatkraft der deutschen Nation, jedoch, — wie wir nicht verschweigen wollen, — in um so geringerem der Voraussicht der deutschen Regierungen zur Ehre gereicht, wenn auch keiner einzelnen eine Versâumniß zur Last fällt, die ihren Grund vielmehr in der Gestalung der allge­meinen politischen Verhältnisse hat. Auch der kurzsichtigste Blick konnte es sich nicht ver­bergen , daß die Abhängigkeit Deutschlands von dem Auslande in demselben Verhältnisse zunehmen mußte, in dem die deutsche Handelsmarine sich vermehrte, sofern diese nicht durch eine einigermaßen entsprechende Seemacht geschützt war, da jeder noch so kleine Staat, dem nur einige bewaffnere Fahrzeuge zu Gebote standen, eS jeden Augenblick in ferner Macht hatte, die deutsche Schifffahrt zu unterbrechen und derselben unersetzliche Verluste zuzusügen. Wenn unter den EintagSschöpfungen, welche durch di? krankhafte