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Einen wollten die Direction citiren, andere das Eintrittsgeld zurückfordern, — da erhob sich der Vorhang von neuem und „der Sohn» des Lügners, Herr Köckert, erschien, um das Publikum zu ersuchen, seinem Vater nicht zu glauben, der seiner Rolle gemäß ge­logen habe; Fräulein Milanollo sey schon eingetroffen.

Die General.Intendanz der k. Hofschauspiele in Berlin hat nun mit Hendrichs einen neuen und den Künstler wesentlich besser stellenden Contract abgeschlossen. Herr Hendrichs hat drei Monate Urlaub.

Von Dr. v. Preusche» soll demnächst eine „Geschichte der deutschen Erhebung vom Jahre 1848", mit welcher er schon seit längerer Zeit beschäftigt ist, erscheinen.

Der „N. Preuß. Ztg." wird aus Paris über die am 16. Februar stattgehabte erste Aufführung von Meyerbeer'S komischer Oper „Etoile du Nord“ geschrieben: „Eâ ist nicht leicht, sich von der Spannung deS Publikums einen Begriff zu machen; alle Plätze waren seit Monaten vermiethet und die hochgestelltesten Personen, die sich in der letzten Woche um BilletS bemühten, mußten abgewiesen werden. In der Regel sucht sich die Pariser reiche Welt bei dergleichen Gelegenheiten in den letzten Augenblicken noch BilletS von den Spekulanten zu verschaffen, von den sogenannten marchands de contremarques, aber auch diese HülfSquelle fehlte gestern. Es ist nur wenig, aber zu fabelhaften Preisen auf dieser „kleinen Börse» der komischen Oper verkauft worden. Der Inhalt deS Stückes ist eine Episode aus dem Leben Kaiser Peter'S des Großen. Meyerbeer hat in dieser Oper bewiesen, daß er auch daS Komische darzustellen weiß. Die Arie Katharina'S: „Le bonnet sur l’oreille“, daS Ensemble: „Ah, que j’ai peur“, das charakteristische Lied: „Enfants de l’Ucraine“, daS Zigeuner-Rondo: „II sonne et résonne“, und namentlich der Anfang deS Finale deS ersten Acteö würden unsern hiesigen modernen Operncompo« nisten genügen, eine Oper mit ächter Komik zu spicken. Im zweiten Acte erregte die Reiter-Arie: „Beau cavalier au coeur d’acier“, und die Grenadier-Arie : „Grenadiers fiers moscovites“, ferner daS Duo der Marketenderinnen : „Sous le vieux rempart“, wahren Enthusiasmus. Der dritte Act ist ernster, als die beiden ersten, obgleich auch ihm daS komische Element nicht fehlt. Sehr wirkungsreich ist zum Schluffe die Wieder­holung der reizenden Musik aus dem ersten Acte. Einige Stücke hat Meycrbeer auS dem „Feldlager in Schlesien" in diese Oper übertragen und der kernige Rhythmus unseres alten Deffauer Marsches, der meisterhaft benutzt worden ist, hat auch die Franzosen in eine wahre Begeisterung versetzt Zum Schluffe wurde der Componist stürmisch gerufen.»

Der „Pesther Lloyd" schreibt: „Unser berühmter Landsmann Franz Liszt, seit Jahren in Weimar lebend, arbeitet an einer Broschüre: „Ueber ungarische Musik und Zigeuner", welche, im französischen Original, wie in ungarischer und deutscher Ueber« setzung prachtvoll ausgestattet, bei G. Heckenast in Pesth erscheinen wird." Z.

NeuLKe MachxèchtLK.

*** Berlin. Es bestätigt sich, daß eine Untersuchung wegen unberufener Mit­theilung eines neuen Planes zur Mobilmachung des preußischen Heeres an das russische Cabinet hier schwebt. Es läßt sich hinzufügen, daß gedachte Pläne in Folge des damit ge­machten Mißbrauches von allen denjenigen Personen zurückgefordert worden sind, deren Hän­den man solche anvertraute.

In Bezug auf die V.rhandlungen über eine deutsch-österreichische Münz-Con- vention erfährt die „Pr. C.", daß die herzoglichen Regierungen von Modena und Parma durch einen Abgesandten der letzteren bei den vorerst stattsindenden Vorberathungen werden vertreten seyn, und daß auch die freie Stadt Frankfurt sofort daran Theil nehmen wird.

*** Karlsruhe. Der Landtag arbeitet fleißig und friedlich; weder große noch kleine Politik hat bis jetzt seinen stillen Gang unterbrochen. Es gibt nur Eine brennende Frage: den Kirchenstreit. Kommt dieser, wie man sagt, vor die Kammern, dann dürfte es lebhaft werden, und der Rath her Herzen Etlicher, die zur Zeit noch zurückhalten, sich