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Allen Anzeichen nach wird die Weigerung der beiden deutschen Großmächte^ auf eine förmliche Neutralitätserklärung des Bundes einzugehen, so wie deren feste Position hinsichtlich der Nichteinmischung in den obschwebenden Streit auch von entscheidendem Einfluß auf das Verhalten der übrigen deutschen Staaten zur orientalischen Frage bleiben. Bereits sollen einige Mittelstaaten, welche eine mehr selbstständige Stellung einzunehmen Anstalt mach­ten, von solchem Vorhaben fast gänzlich wieder zurückgekommen seyn. Hiedurch erledigt sich denn auch das Gerücht von neuen Münchener Conferenzen zur Feststellung einer beson­deren Bundespolitik neben derjenigen Oesterreichs und Preußens.

Am jüngsten Donnerstag fand keine BundeStagSsitzung statt. Die nächste wird am 2. März seyn.

Der im Jahre 1851 als Fachmann für die Berathung der BundeSpreßbestimmungen hierher committirte und bei der königl. preußischen BundeStagSgesandtschast fungirende königl. preußische Herr Regierungsassessor Zitelmann ist zum RegierungSrathe befördert worden.

Nach dem dieser Tage erfolgten Schluß der Generalconferenz der ZollvereinSstaaten in Berlin ist Herr Senator Fellner, der Bevollmächtigte hiesiger Stadt, hierher wieder zurückgekchrt. Herr Senator Fellner wurde, wie man uns aus Berlin mittheilt, dort mit sehr großer Aufmerksamkeit behandelt und man war sehr erfreut, in demselben einen Vertreter unseres Senates kennen zu lernen, der mit seltener Geschäftskenntniß und mit unermüdeter Thätigkeit das Wohl feiner Vaterstadt, sowie die deutschen Interessen stets aufs Eifrigste vertrat. Er ist in jeder Beziehung ein würdiger Nachfolger deS verstor­benen Herrn Schöffen Cöster gewesen.

Dem Vernehmen nach ist Seitens der k. k. österreichischen Regierung an die Stelle des im März abgehenden bisherigen Stadtkommandanten Major Deetz der k. k. Obrist Franul von Wetssenthurn als Stadtkommandant Frankfurts designirt. Derselbe bat eine Frankfurterin zur Gattin und war früher Adjutant des Erzherzogs Johann von Oesterreich zur Zeit der ReichSverweserfchast.

Der k. k. Bundespräsidialgesandte, F.-M.-L. Prokesch-Osten, gab vorgestern ein großes Diner in den Sälen des Thurn und Taxisschen Palais, zu welchem auch Damen der Gesellschaft geladen waren.

Der k. k.Legationssekretär v. Reyer ist nach einer mehrwöchentlichen Abwesenheit von Wien wieder zurückgekehrt.

Nächsten Dienstag den 28. d. wird ein großes Ballfest bei dem königl. preußischen BundeStagSgesandten, Herrn geheimen LegationSrath von Bismark-Schönhausen, stältfinden.

Die gesetzgebende Versammlung genehmigte einen mit dem Kurfürstenthum Hessen abgeschlossenen StaatSvertrag wegen Untersuchung und Bestrafung von Forst-, Jagd- und sonstigen Freveln.

Wie man vernimmt, hat von mehreren Projekten zur Verbindung deS Hanauer Bahnhofs — der Mündung der bayerischen Eisenbahn — mit den übrigen am Westende der Stadt gelegenenen Bahnhöfen dasjenige wegen seiner leichteren Ausführbarkeit die meiste Aussicht auf Verwirklichung, welches eine Verbindungsbahn für Pferde durch die Stadt, über die Allerheiligengasse, Zeil, Roßmarkt und Gallengaffe letten will. Dieser Plan soll den Beifall aller Sachverständigen gefunden haben.

Die Risse der demnächst zu errichtenden vierten Volksschule sind nunmehr den betref­fenden Stellen vorgelegt und genehmigt worden. Dem Vernehmen nach werden dieselben bereits nächste Woche dem Bürgerausschusse vorgelegt» welcher sich seit seiner Zeit die Prüfung und Genehmigung vorbehalten hat. Die Schule wird nun bestimmt auf dem ehemals v. Bethmann'schen Grundstück errichtet werden.

Wie schon seit einigen Jahren werden auch im nächsten Frühjahr wieder zahlreiche Auswanderungen aus dem benachbarten Bornheim nach Amerika und Australien stattsinden.